The Base & Martin Philadelphy zu Gast im Linzer Posthof

Ein ganz besonderes Doppelkonzert steht am 12. Februar im Linzer Posthof auf dem Programm. Mit der Grazer Formation The Base und dem Experimentalgitarristen Martin Philadelphy präsentieren sich dem Publikum zwei Acts, die sich seit vielen Jahren höchst erfolgreich gegen jegliche Kategorisierungsversuche wehren. Was die BesucherInnen erwarten dürfen, ist eine akustische Reise, welche sie durch unterschiedlichste Klangwelten führt.

The Base ist eine der am längsten bestehenden Bands Österreichs: Seit 1990 agiert das Grazer  Trio um Sänger und Songwriter Norbert Wally nun schon auf der Bühne. Musikalisch wie stilistisch präsentierte sich der Dreier von Album zu Album wie ein Chamäleon. Wohl keiner anderen Formation ist es so oft gelungen, sich immer wieder neu zu erfinden. War das Debüt “Jet Crash Kills” noch stark vom US-Post-Hardcore in der Tradition von Bands wie The Jesus Lizard geprägt, bewegte sich The Base in Folge deutlich in Richtung Pop und Alternative Rock (Sunday Morning Rituals), um auf „Things To Remember“ erneut einen Stilbruch hin zum akustisch gehaltenen Singer/Songwritertum zu vollziehen. Den Gegenpart wiederum zu diesem  bildet das nachfolgende Album “Ways To Forget”, auf dem der Strom wieder durch Gitarren und Verstärker fließen darf. „Tested under extreme Conditions“, so der Titel ihres neuen Werkes, ist in sehr ruhigen Gefilden angesiedelt. Reduziert gehalten und mit wunderbaren Melodien versetzt, erzeugen die neuen und erstklassig arrangierten Stücke  eine ungemein dichte Atmosphäre, der man sich HörerIn nur schwer entziehen kann.

Martin Philadelphy hat schon zu zahlreichen Anlässen unter Beweis gestellt, welch vielseitiger Musiker er ist. Einen bestimmten Stil war der gebürtige Tiroler nie verhaftet. Seit er im Alter von zwanzig Jahren den Beschluss fasste, eine musikalische Karriere einzuschlagen, gab es kaum ein Genre, in welches er nicht hineingeschnuppert hätte. Schnell stellte der inzwischen in Wien ansässige Philadelphy aber fest, dass jede Stilrichtung ihrem eigenen Regelwerk unterworfen ist. Die einzige Alternative bot sich für ihn alleine in der Verweigerung dieses an. Der erste Versuch die konventionellen genrebedingten Grenzen zu sprengen, folgte 1994 mit seiner ersten CD “Dezibel”, einem Klangexperiment für sechs E-Gitarren, mit der er die Fachwelt zu überraschen vermochte. Nach einer Phase der Experimente und Ausflüge in die Welt des Musicals, Theaters- und der Filmproduktion entstand 2001 in New York das Jazz- Improvisations-Projekt “Paint”, welches nur kurze Zeit später mit “Paint 2” seine Fortsetzung fand. Philadelphy gelingt es in seinen unterschiedlichen Projekten (als Solokünstler, bei Elektro Farmer, Blind Idiot Gods, oder Badminton), in der Manier eines Freigeistes stets Grenzen zu versetzen und neue, bislang ungehörte Wege zu beschreiten. Das Konzert im Posthof bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit den verschiedenen Seiten des Gitarristen auseinanderzusetzen. (mt)

The Base