Der „STELLA-Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum“ ist der erste landesweite Preis für herausragende Leistungen im Theater für junges Publikum in Österreich und wird seit 2007 jährlich vergeben. In der Kategorie „Herausragende Musik“ ging der STELLA*25 an Oxana Omelchuk – Es ist Zeit (Studio Dan, TaO! – Theater am Ortweinplatz, Theaterland Steiermark, Wien Modern und Wiener Konzerthaus); darüber hinaus wurde der Sonderpreis des ASSITEJ-Vorstands an die Spielstätte NEST – Neue Staatsoper Wien vergeben.
„Es ist Zeit“
„Es ist Zeit“ ist ein Stück über das Wesen der Zeit, mit Musik und einer leider verzauberten Schauspielerin. Sie ist eigentlich viel jünger als sie ausschaut und hat nicht mehr viel Zeit, denn der Countdown, um das Rätsel zu lösen, läuft: was Zeit ist, und wie man tun soll, damit sie einem nicht wegläuft, oder sie aus Versehen totschlägt. Sie weiß nur, dass die Musik dabei eine ziemlich wichtige Rolle spielt. Wahrscheinlich sogar die Hauptrolle. Egal ob sie ihren Geburtstag feiert, sich an komplizierten Messungen versucht oder dem Geheimnis der Metronome auf der Spur ist. Die Zeit läuft und bleibt auch nicht stehen, um einmal in Ruhe einen Text zu lesen, so wie diesen, für den man vielleicht ungefähr eine Minute braucht. 35 Sekunden, wenn man sich beeilt. Dann kann man ja noch ein Glas Wasser trinken.
Nach den beiden Musiktheaterproduktionen (Planet Globokar und How Is Your Bird?) mit Musik von Vinko Globokar und Frank Zappa, präsentieren Manfred Weissensteiner (Theater am Ortweinplatz, Graz) und das Wiener Ensemble Studio Dan, rund um Daniel Riegler, ihre dritte Zusammenarbeit und Produktion für junges Publikum. Im Zentrum steht diesmal nicht das Œuvre eines Komponisten, sondern ein Thema, dem sich das künstlerische Kollektiv gemeinsam mit der belarussischen und in Köln lebenden Komponistin Oxana Omelchuk und dem Grazer Autor Johannes Schrettle nähert: die Zeit.
Jury-Begründung:
Der Stella25 in der Kategorie „Herausragende Musik“ geht an eine Performance, in der Musik weit mehr ist als Begleitung – sie ist Sprache, Atmosphäre und Handlung zugleich. Musik und Text wurden nicht nur zusammengefügt, sie haben sich verständigt. Mit einer faszinierenden Kombination aus experimentellen Sounds, Wörtern und fein abgestimmter Stimmungsuntermalung entfalten sich Bilder und Stimmungen. Verschiedenste Instrumente, von klassischen bis zu experimentellen, verweben sich zu einem lebendigen Geflecht aus Rhythmus und Emotion. Die Sichtbarkeit der MusikerInnen und Instrumente baut sich langsam auf. Es wird gepfiffen, getanzt, kommentiert, probiert, und vieles mehr. Leise und zart, laut, aber nie zu viel. Stille ist Spannung. Vom klassischen Konzertsaal in den Club, vom Kino wieder zurück ins Theater. Es werden verschiedenste Stile präsentiert und sie fügen sich organisch in die Handlung ein, weil es passt: Das junge und weniger junge Publikum bleibt dran, weil auch der Staubsaugersound ideal passt. Und da war ja auch noch die Verhandlung mit einem gar nicht so leichten Thema… Zeit.*
Besetzung
Kirstin Schwab, Helena Matzawrakos – Performance
Studio Dan
Sophia Goidinger-Koch – Violine
Maiken Beer – Violoncello
Viola Falb – Saxophon, Bassklarinette
Damaris Richerts – Trompete
Raphael Meinhart – Schlagwerk
Manfred Weissensteiner – Konzept, Regie
David Valentek – Konzept, Regieassistenz
Daniel Riegler – Konzept, Dramaturgie, Musikalische Leitung
Oxana Omelchuk – Komposition
Johannes Schrettle – Text
Milena Czernovsky – Bühne
Werner Angerer – Klangregie
Tom Grassegger – Lichtregie
Eine Koproduktion von Studio Dan, TaO! – Theater am Ortweinplatz, Theaterland Steiermark, Wien Modern und Wiener Konzerthaus
Kompositionsauftrag von Studio Dan, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung
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NEST – Neue Staatsoper Wien
NEST – Neue Staatsoper Wien wurde mit dem Sonderpreis des Vorstellendes der ASSITEJ Austria geehrt:
Begründung des ASSITEJ-Vorstandes:
Der Sonderpreis des Vorstandes der ASSITEJ Austria für den STELLA*25-Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum geht heuer an die Spielstätte NEST – Neue Staatsoper Wien. Diese Entscheidung des Vorstands würdigt nicht nur das beeindruckende Programm vom NEST, sondern setzt ein klares kulturpolitisches Zeichen: Es braucht Orte wie diesen – mit eigener Bühne, mit technischer Exzellenz, mit einem leidenschaftlichen Team, innovativen Formaten – um Theater für junges Publikum nachhaltig zu stärken. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Bildung neu gedacht werden und es ein neues Bewusstsein für den künstlerischen Bildungs-Auftrag aller Kulturinstitutionen braucht, ist es von großem Wert, dass ein Haus wie die Staatsoper Wien dem jungen Publikum mit so viel Aufmerksamkeit, Kreativität und Ernsthaftigkeit begegnet und so als Vorbild zukunftsorientiert handelt. Mit interaktiven, immersiven Formaten, starken Outreach-Projekten, großartigen künstlerischen Vorhaben, tollen Inszenierungen, außergewöhnlichen Projekten und einem vielfältigen Ensemble aus Profis, Semi-Profis, Laien mit einer herausragenden Nachwuchsförderung vieler junger Künstler:innen zeigt das NEST, wie Musiktheater für die nächste Generation aussehen kann – mutig, inklusiv und voller vielfältiger künstlerischer Kraft.
Link:
STELLA*25
