Startschuss für die erste Kunst- und Kulturstrategie des Bundes

Am 9. Juli 2021 wurde bei einer Pressekonferenz der Prozess zur Entwicklung der ersten Kunst- und Kulturstrategie des Bundes präsentiert. Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer sprach gemeinsam mit der Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler, der Musikerin Yasmin Hafedh und dem Regisseur David Schalko über die neue Strategie. “Wir wollen den Dialog mit den Akteur:innen aus der Kunst und Kultur weiter intensivieren. Und daraus Handlungsanleitungen für die zukünftige Gestaltung der Kulturpolitik mitnehmen”, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. 

Die Ziele

Im Kunst- und Kulturkapitel des Regierungsprogramms 2020-2024 ist das Ziel verankert, dass „unter Einbeziehung aller Gebietskörperschaften und mit Partizipation der Kulturinitiativen, Künstlerinnen bzw. Künstler sowie Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeiter […] in einem strukturierten Verfahren eine Kunst- und Kulturstrategie entwickelt werden“ soll.

Die Auswirkungen der Covid-19-Krise haben gezeigt, wie stark die Solidarität zwischen Künstler:innen, ihrem Publikum und den in Kunst und Kultur Beschäftigten ist. In der gesamten Branche ist ein neues Klima der Kooperation entstanden, das sich in vielen neuen Gesprächsebenen, Allianzen und Partnerschaften niederschlägt. Auch die Kulturpolitik ist vor dem Hintergrund der Pandemie in einen noch viel intensiveren Dialog mit sämtlichen Sparten des Kunst- und Kulturbereichs getreten.

Dieser Spirit wird jetzt aufgegriffen und dient als Motor der Kunst- und Kulturstrategie des Bundes, die mit Juli 2021 startet. In diesem Dialog-Prozess sollen nicht nur die pandemiebedingten Transformationen, sondern auch andere für Kunst und Kultur relevante Themen wie etwa Umweltschutz, Gerechtigkeit und neue Technologien aufgegriffen werden. Im Zentrum steht aber die Kunst selbst. Ziel ist es, die Rolle von Kunst und Kultur in der Gesellschaft bewusst zu machen und stärker zu verankern, und die zentralen Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Unter dem Motto „Leaving no one behind“ wird die Kunst- und Kulturstrategie des Bundes vom Fairness-Prozess flankiert, der bereits im Herbst 2020 gestartet wurde.

Die Kunst- und Kulturstrategie verfolgt insbesondere folgende Ziele:

  • Regelmäßiger, strukturierter und zeitlich unbegrenzter Austausch der Akteur:innen im Bereich Kunst und Kultur in einem lebendigen und innovativen Netzwerk aus Stakeholder:innen, Multiplikator:innen und der Zivilgesellschaft.
  • Kontinuierliche und nachhaltige Stärkung der österreichischen Kunst- und Kulturlandschaft mittels Partizipation und Kooperation sowie stärkerer Sichtbarmachung der künstlerischen und kulturellen Leistungen.
  • Sicherung und Pflege des vielfältigen Kulturerbes und dessen zeitgemäße Weiterentwicklung mit nationalen und internationalen Partner:innen.
  • Bildung von strategischen Partnerschaften von Kunst und Kultur mit anderen Politikfeldern (z.B. Soziales, Umwelt, Bildung, Forschung, Wirtschaft).
  • Stärkere Berücksichtigung von künstlerischen und kulturellen Angeboten zur Bewältigung ökologischer, sozialer und sonstiger gesellschaftlicher Herausforderunge
  • Intensivierung des Dialogs von Akteur:innen aus Politik und Verwaltung mit Kunst und Kultur im Hinblick auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur sowie Einbeziehung des Publikums und der Konsument:innen kultureller Angebote.

Der Beteiligungsprozess

  • Die Kunst- und Kulturstrategie ist ein umfassender, gemeinsamer Prozess unter Beteiligung von Akteur:innen im Kunst- und Kulturbereich in ihrer gesamten Bandbreite sowie angrenzender Bereiche.
  • Der Beteiligungsprozess soll das Klima der Kooperation stärken und strategische Partnerschaften schaffen.
  • Das BMKÖS stellt die Rahmenbedingungen für einen andauernden und nachhaltigen Austausch zur Verfügung.
  • Wir nutzen Pluralität, Diversität und die Intelligenz der Vielen in der österreichischen Kunst- und Kulturszene, um eine kontinuierliche, nachhaltige Weiterentwicklung der Kunst und Kultur in Österreich über die nächsten Jahre zu ermöglichen.
  • Der rote Faden des Prozesses ist ein regelmäßiger, strukturierter Austausch aller relevanter Akteur:innen. Dieses Netzwerk beobachtet die Rahmenbedingungen, benennt die Herausforderungen und entwickelt gemeinsam Lösungen dort, wo sie notwendig sind.

Ablauf und Fahrplan

Der Beteiligungsprozess ist in drei Phasen unterteilt. Während 2021 vor allem das Jahr des Sammelns von Themen und des Zuhörens ist, stellt 2022 die intensive Dialog-Phase dar.

Phase 1 – Juli 2021 bis Herbst 2021
Vorbereitung und Sammlung von Themen: Sammlung der ersten Ideen und Vorschläge zu Themen, die als besonders wichtig erachten werden – auch und besonders in Hinblick auf die Situation der Kunst und Kultur nach der Pandemie. Das Projektteam nimmt die Vorschläge auf und bereitet diese für die geplante Auftaktveranstaltung im Herbst auf.

Phase 2 – Herbst 2021 bis Ende 2021
Zuhören, Abholen, Austauschen – das BMKÖS lädt zum Prozess-Auftakt. Bei der Kick-Off-Veranstaltung im Herbst werden die Themen sowie Vorstellungen für die kommende intensive Dialogphase in 2022 erhoben und thematisch aufbereitet. Die Ergebnisse fließen in die dritte Phase des Prozesses im Jahr 2022 maßgeblich mit ein. Nach dem Kick-Off sind erste Dialoggruppen geplant, deren Themen in das große Dialogforum Anfang 2022 mit einfließen.

Phase 3 – Jänner 2022 bis Ende 2022
Dialog, Ko-Kreation und Partizipation – Am Anfang der Hauptphase des Beteiligungsprozesses im Jahr 2022 steht das große Dialogforum. Hier werden die in der Phase 2 generierten Erkenntnisse vorgestellt und als Grundlage für die weitere Vorgehensweise implementiert. Der über das gesamte Jahr 2022 andauernde Beteiligungsprozess beinhaltet die Abhaltung österreichweiter Gesprächsformate. In der Schlussphase bis Jahresende 2022 werden nicht nur die Ergebnisse der Diskussionen präsentiert, sondern bereits nächste Schritte formuliert und Umsetzungen eingeleitet.

Mitmachmöglichkeit

Der Dialog- und Beteiligungs-Prozess für die Zukunft des Kunst- und Kulturbetriebs in Österreich steht allen Interessierten offen. Alle Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen und Wissen einzubringen. Ein Projektteam der Kunst- und Kultursektion wird durch die verschiedenen Partizipationsformate geleiten und den Beteiligungsprozess moderieren.

Für mehr Informationen: www.bmkoes.gv.at/KunstKulturStrategie22

Kontakt Projektleitung:
Mag. Lorenz Birklbauer, LL.M
Projektleiter / BMKÖS Sektion IV – Kunst und Kultur
Tel.: +43 1 / 71606-851008
E-Mail: KunstKulturStrategie22@bmkoes.gv.at