Seit über 20 Jahren präsentiert das Salam Music & Arts Festival in Wien aktuelle Musik und Kunst mit Bezug zur SWANA-Region (Südwestasien und Nordafrika). Internationale und lokale Künstler*innen arbeiten hier mit musikalischen Traditionen, entwickeln sie weiter und übersetzen sie in zeitgemäße Kontexte. Salam Music versteht sich als Plattform für innovative künstlerische Positionen, die sich mit gesellschaftspolitischen und globalen Themen auseinandersetzen. Von 17. bis 26. April zeigt das Festival ein vielfältiges Programm mit spannenden Acts und neuen Formaten.
Ein zentraler Bestandteil der kommenden Festivalausgabe ist die Zusammenarbeit mit dem neuen Gastkurator Mohamed Ben Saïd. Der Veranstalter und Kurator aus Tunesien bringt seine langjährige Erfahrung und sein internationales Netzwerk in die Gestaltung des Musikprogramms ein. Gemeinsam mit Festivalleiterin Katrin Pröll ist ein Programm entstanden, das etablierte internationale Künstler:innen ebenso versammelt wie innovative neue Musikprojekte.
Darunter finden sich die ikonische Stimme der arabischen Indie-Pop-Ikone Yasmine Hamdan, die legendäre Tuareg-Band Tinariwen, der sympathische Globetrotter aus Algerien Labessmit Musik voller Freiheit, Widerstand und Lebensfreude, Ammar 808– der mit seinem neuen Album „Club Tounsi“wieder eine komplett neue Musikwelt zwischen Club und Folklore erschafft – und die mehr als beeindruckende Film- und elektronische Live-Musik Performance „Aïchoucha“von Khalil Epi. Die junge in Wien beheimatete Oud-Spielerin und Sängerin Avin Ahmadipräsentiert ihre EP „Liminal“im neuen Quartett und lädt dazu Singer-Songwriterin Sanam Maroufkhaniein. Und die betörende und zugleich radikal neue Musik von Sheherazaad, produziert von Grammy-Preisträgerin Arooj Aftab, scheint noch gar nicht von dieser Welt zu sein.
Programm
LABESS
Freitag, 17. April 2026, 20:30 Uhr
Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien, www.porgy.at, EUR 25,- / ermäßigt bis 30 Jahre
Auf dem Weg ins Exil findet Labess seine musikalische Identität – vielstimmig, frei, lebendig. Genährt von seinen algerischen Wurzeln und dem weiten Lebensweg des Künstlers Nedjim Bouizzoul. Labess ist eine Reise, die in Algier beginnt, im beliebten Viertel Hussein-Dey. Dort wächst der Musiker auf, gewiegt vom traditionellen Chaâbi der „großen Brüder“ der Musikszene.
Mit 18 Jahren migriert er gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Schwestern nach Québec. Er spielt auf der Straße, um sich sein Essen zu verdienen. Die Reise geht weiter – nach Kolumbien, wo er zwei Jahre lebt, und später nach Europa. Seine Musik ist offen für die Welt: afrikanische Rhythmen, Gypsy-Rumba, Flamenco. Der Chaâbi bleibt stets präsent, ebenso die Frage „Wer bin ich?“, auf die Nedjim antwortet: „Ein bisschen von jedem Land, das ich durchquere, ein bisschen von jedem Musiker, dem ich begegne.“ Der Autodidakt versteht sich als Straßenmusiker – und das bis heute. Nach zwanzig Jahren, fünf Alben und Auftritten auf internationalen Bühnen ist diese Haltung spürbar geblieben. Das aktuelle Album „Dima Libre“(2024), „für immer frei“, ist ein leidenschaftliches Bekenntnis zu Freiheit, Widerstand und Lebensfreude.
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KHALIL EPI – AÏCHOUCHA
Sonntag, 19. April 2026, 19:30 Uhr
Reaktor, Geblergasse 40, 1170 Wien, www.reaktor.art, VVK €18, erm. €12 / AK €22, erm. €15
In seinem Solo-Projekt „Aïchoucha“begibt sich der tunesische Produzent, Komponist und Multiinstrumentalist Khalil Epi auf eine faszinierende musikalische und filmische Recherche durch sein Heimatland – auf den Spuren traditioneller Musikformen, die bis heute lebendig sind. Die immersive Performance nimmt das Publikum auf eine hypnotische Reise mit und taucht tief in die vielfältigen Landschaften Tunesiens ein.
Allein auf der Bühne verbindet er mit seinen Synthesizern und Maschinen elektronische Live-Musik in vollkommener Synergie mit seinem Film, der auf drei großen Panorama-Leinwänden bildgewaltig durch die verschiedenen Regionen Tunesiens führt. Khalil Epi stickt dazu seine eigene Partitur und lässt die elektronische Live-Musik im Rhythmus der Bilder tanzen: er erweitert und verstärkt das gezeigte Repertoire und verleiht den Gesängen eine eindrucksvolle Resonanz.
Für Khalil Epi stellt „Aïchoucha“- benannt nach seiner Großmutter Aïcha – eine neue künstlerische Erfahrung dar. Seit über einem Jahrzehnt präsentiert er vielschichtige Performances an der Schnittstelle von Elektronik, Jazz, Rock, Pop und traditioneller Musik wie beispielsweise in seinem aktuellen Duo Projekt Aïta Mon Amour. Mit „Aïchoucha“schafft er ein sensibles Werk zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und künstlerischer Schöpfung.
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AVIN AHMADI / SANAM MAROUFKHANI (Doppelkonzert)
Di. 21. April 2026, 19:30 Uhr
Sargfabrik, Goldschlagstraße 169, 1140 Wien, www.sargfabrik.at, €25, erm. €17,50
AVIN AHMADI
Die iranische Oud-Spielerin, Sängerin und Komponistin Avin Ahmadi präsentiert bei Salam Music erstmals ihre Debüt-EP „Liminal“live. Die 21-jährige Musikerin zählt heute zu den spannendsten neuen Stimmen der österreichischen Musikszene. In eine künstlerische Familie hineingeboren, entdeckte sie schon früh ihre Leidenschaft für die Oud und studierte am Konservatorium in Teheran. Nach ihrem Abschluss zog sie nach Wien, um ihre musikalische Laufbahn weiterzuentwickeln. Derzeit studiert sie Jazz-Improvisation an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, arbeitet mit renommierten Musiker:innen aus verschiedenen Genres zusammen und tourt mit ihrem Solo-Projekt erfolgreich durch Europa.
In ihrer Musik verfolgt Avin Ahmadi einen erzählerischen, emotionalen Ansatz – und auch „Liminal“ist ein sehr persönliches Werk. Über ihren kreativen Prozess kommen ihre tiefsten Emotionen, Gedanken und Erfahrungen zum Ausdruck. „Liminal bedeutet für mich, im Dazwischen zu existieren – zwischen dem, was ich war, und dem, was ich werde; zwischen dem intimen Akt des Schaffens und der Verletzlichkeit, die darin liegt“, sagt sie über ihr Debüt-Werk. Begleitet von ihrem Ensemble entfaltet Avin Ahmadi einen sensiblen und zugleich kraftvollen musikalischen Dialog, in dem Poesie, Melodie und improvisierte Momente ineinandergreifen.
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SANAM MAROUFKHANI
Für das zweite Set lädt Avin Ahmadi die in Teheran geborene und in Amsterdam lebende KünstlerinSanam Maroufkhani ein und präsentiert gemeinsam mit ihrem Ensemble eine Auswahl ihrer Werke. Ihre Musik entspringt einer tiefen Neugier für Klang und dessen emotionales Spektrum. Ihre Kompositionen entwickeln sich aus den sich wiederholenden Mustern des Klaviers und spiegeln ihr Interesse am Minimalismus wider, während ihr Songwriting einen intimen und persönlichen Ton trägt.
Durch leise Reflexionen und präzise Beobachtungen bewegt sich Sanam Maroufkhani’s Musik zwischen Stärke und Verletzlichkeit. Ihre Stimme erzählt ihre eigene Geschichte und reicht dennoch darüber hinaus, indem sie soziale und politische Realitäten berührt, die unsere gemeinsame Welt prägen. Verwurzelt in ihrem iranischen Hintergrund verwebt sie Einflüsse aus der SWANA-Region und persische Texte mit der Sprache des westlichen alternativen Pop.
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SHKOON
Mi. 22. April 2026, 20:00 Uhr
Flucc Wanne, Praterstern 5, 1020 Wien, www.flucc.at, €29,80
In Kooperation mit FYI Agency
Geboren aus zwei Welten – Syrien und Deutschland – verweben SHKOON ihre unterschiedlichen Perspektiven zu etwas zutiefst Persönlichem: einem Album mit dem Titel Traces. Die Zusammenarbeit begann 2015 in Hamburg, als sich Ameen aus Syrien und Thorben aus Deutschland begegneten. Aus einer spontanen musikalischen Verbindung entwickelte sich eines der prägenden Duos der Arab Electronica. SHKOON verbinden arabische Folklore, traditionelle Melodien und eigene Texte mit elektronischen Beats und haben damit einen unverwechselbaren Sound geschaffen.
Mit ihrem Debütalbum Rima (2019) erreichten SHKOON ein internationales Publikum. Trotz der Herausforderungen rund um Ameens Fluchtgeschichte wuchs ihre künstlerische Vision weiter – ihre Musik wurde zu einem verbindenden Element zwischen Kulturen und Communities. Ihr neues Projekt Traces ist eine Einladung, den Spuren zu folgen, die wir hinterlassen haben – jede:r für sich und wir alle gemeinsam. In einer Welt, die oft trennt, steht das deutsch-syrische Duo für Verbindung. Denn jede Spur trägt eine Geschichte. Traces ist keine Elegie. Es ist ein leiser Aufbruch eine emotionale Auseinandersetzung mit dem, was bleibt, wenn alles andere vergeht.
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YASMINE HAMDAN
Do. 23. April 2026, 20:30 Uhr
Flex Club, Am Donaukanal, Abgang Augartenbrücke 1, 1010 Wien, www.flex.at
VVK €38, erm. €30 / AK €45 erm. €38
Sie gilt als eine der sinnlichsten und zugleich kompromisslosesten Stimmen des arabischen Indie-Pop: Die libanesische Sängerin und Songwriterin Yasmine Hamdan meldet sich mit neuem Album zurück. Bekannt wurde sie als Teil des Duos Soapkills, das Ende der 1990er Jahre als eine der ersten Indie-Formationen im arabischen Raum Pionierarbeit leistete. Als Solokünstlerin verbindet sie auf unverkennbare Weise elektronische Musik, traditionelle arabische Klänge, Chanson-Elemente und experimentellen Pop. Ihre Alben „Ya Nass“(2013) und „Al Jamilat“(2017) sowie ihr Auftritt in Jim Jarmuschs Kultfilm „Only Lovers Left Alive“machten sie international bekannt.
Nach acht Jahren Stille kehrt sie nun mit ihrem hervorragenden neuen Werk „I Remember I Forget“zurück, das auch als persönliches und politisches Statement zu verstehen ist. Entstanden in einer Zeit schwerer Umbrüche und gesellschaftlicher Krisen, reflektiert Yasmine Hamdan in ihren Songs persönliche und kollektive Erfahrungen – introspektiv, reduziert, mit subtilen Gitarren und fragilen Vocals, voller emotionaler Tiefe.
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AMMAR 808
Freitag, 24. April 2026, 23:00 Uhr
Flex Café, Am Donaukanal, Abgang Augartenbrücke 1, 1010 Wien, www.flex.at
VVK €18, erm. €12 / AK €22 erm. €15
Der in Dänemark lebende tunesische Produzent Sofyann Ben Youssef hat mit seinen Projekten bereits komplett neue Musikwelten erschaffen. Sein viel beachtetes Debüt als AMMAR 808 „Maghreb United“(2018) verband wuchtige TR-808 Drummachine-Rhythmen und markerschütternde Bässe mit traditionellen nordafrikanischen Folk-Instrumentalist:innen und Sänger:innen aus Tunesien, Algerien und Marokko, ein pan-maghrebinischer Science-Fiction-Mash-up.
Mit seinem neuen Album „Club Tounsi“richtet AMMAR 808 den Fokus auf die eigene Heimat. Im Zentrum steht Mezoued, eine Volksmusik Tunesiens, benannt nach den jahrhundertealten Ziegensackpfeifen, entstanden in den 1950er-Jahren als Musik der Arbeiterklasse und Migrant:innen in Tunis. Lange Zeit gesellschaftlich stigmatisiert, vereint Mezoued Sufi-Gesänge, Malouf-Melodien, arabische Tonleitern und alte Volkslieder. Die Musik handelt von der Härte des Lebens und dem Schmerz der Liebe und will trotzdem vor allem eines: feiern.
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TINARIWEN – The Hoggar Tour
Samstag, 25. April 2026, 20:00 Uhr
Arena, Baumgasse 80, 1030 Wien, www.arena.wien, €54,40
Präsentiert von goodlive artists in Kooperation mit Salam Music
Mit ihren Wüstenroben und Tuareg-Turbanen (orshesh) gelten Tinariwen als Begründer dessogenannten Desert Blues. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als assouf – ein Begriff aus dem Tamashek, der „Sehnsucht“ oder „Heimweh“ bedeutet und den emotionalen Kern ihrer Musik beschreibt. Tinariwen wurde 1979 an der Grenze zwischen Mali und Algerien gegründet und ist tief in der Geschichte, Kultur und den politischen Erfahrungen der Tuareg verwurzelt.
Nach ihrer Beteiligung am Tuareg-Aufstand von 1990 tauschten die Bandmitglieder ihre Waffen gegen Instrumente und kreierten aus traditionellen westafrikanischen und arabischen Liedformen, Blues, Folk und Rock eine unverwechselbare Klangsprache. Mit rauem, eindringlichem Gesang, hypnotischen Gitarrenlinien und rhythmischem Klatschen erzählen Tinariwen von Exil, Widerstand, Identität und Hoffnung und gelten bis heute als Rock-’n’-Roll-Rebellen der Sahara.
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SHEHERAZAAD
Samstag, 25. April 2026, 19:30 Uhr
ORF RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30, 1040 Wien, radiokulturhaus.orf.at, €30 / erm. €15
Die Komponistin und Sängerin Sheherazaad wuchs in einem „fanatisch kunstzentrierten südasiatisch-amerikanischen Haushalt“ auf, wie sie es selbst beschreibt. Früh geprägt von indischer Klassik, verwandelt sie die Suche nach ihren Wurzeln in eine betörende und zugleich radikal neue Klangwelt – eine Musik, die noch gar nicht von dieser Welt zu sein scheint.
Mit ihrer EP „Qasr“(Erased Tapes, 2024) präsentiert Sheherazaad ein eindringliches Werk über Herkunft, Entfremdung und Selbstermächtigung. Produziert von Grammy-Preisträgerin Arooj Aftab, entfaltet Qasr südasiatische Vokalimprovisation in Verbindung mit mikrotonaler Melancholie und experimenteller Reduktion. Sheherazaad verhandelt darin, was es bedeutet, zwischen Kulturen zu leben – nicht als Bruch, sondern als fortwährende Bewegung. Ihre Stimme ist dabei zugleich Instrument, Anker und Aufbruch. Mit „Qasr“entwirft sie ihre Festung und ermutigt zugleich ihre Zuhörer:innen, ihre eigenen unmöglichen Traumwelten zu erschaffen.
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VISUELLE KUNST
PETER GARMUSCH – STUDIO CAIRO
Eröffnung: Sa., 18.04.2026, 18:00 Uhr
Ausstellung: 19.-25.04.2026, Di, Mi, Do, Fr, Sa, ab 18.00 Uhr
Spektakel, Hamburgerstr. 14, 1050 Wien, www.spektakel.wien, Eintritt frei
Präsentiert von Spektakel in Kooperation mit Salam Music
Der österreichische Künstler Peter Garmusch interessiert sich für das skulpturale und symbolische Potenzial von Situationen, Fundstücken und Readymades des Alltags. Seine Praxis bewegt sich zwischen dokumentarischer Beobachtung und bewusster Rekombination, zwischen Situation und Inszenierung.
„Die Straßenszenen, die Peter Garmusch in Kairo fotografierte, halten außergewöhnliche, teils bizarre oder geheimnisvolle, auf eine subtile Art witzige, eigensinnige Erscheinungen fest. Es sind parkende Autos unter textilen Abdeckungen – Zufallsskulpturen, wie Garmusch sie nennt. Zärtlich schmiegen sich die Stoffe um die Karosserien, verhüllen die Blechberge und verwandeln die motorisierten Metallkonstruktionen in rätselhafte Skulpturen. Die unterschiedlichen Muster und Textilien der zum Teil individuell hergestellten Schutzhüllen machen die Autobilder zu Porträts ihrer abwesenden Besitzer:innen. Schwer, ruhig und von äußeren Einflüssen unbeeindruckt, behaupten sie sich im Stadtraum. In machen Bildern wirken die Autoskulpturen gespenstisch, scheinen mit der Farbe und Struktur der Straße oder der dahinterliegenden Hausfassade verwachsen. Ohne jegliche digitale Nachbearbeitung erzielt Peter Garmusch durch die Belichtung auf die hellste Stelle im Bildausschnitt eine Verstärkung der dreidimensionalen Wirkung.“ Gekürzt – Verena Kaspar-Eisert
MYRIAM EL HAÏK – OHRGRÜN/VERT D’OREILLE
Eröffnung & Performance; So., 19.04.2026, 15:00 Uhr
Ausstellung: 19.—26.04.2026, Di–Fr: 11–15 Uhr, Sa, So: 15–18 Uhr
philomena+, Heinestr. 40, 1020 Wien, www.philomena.plus, Eintritt frei
Kuratiert von Aline Lenzhofer, präsentiert von philomena+ in Kooperation mit Salam Music Die Künstlerin, Komponistin und Performerin Myriam el Haïk verbindet in ihren Werken Musik und visuelle Kunst. Ausgehend von minimalistischen, repetitiven Kompositionen entwickelt sie eigene Notations- und Zeichensysteme, die musikalische Strukturen in visuelle Formen übersetzen. Schreiben und Spiel nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Durch das bewusste Unterlaufen von Konventionen schafft die Künstlerin ihre eigenen Regeln und Systeme. Ihre Performance Installation OHrGrüN/VerT d’OreiLLe, im Rahmen des mehrteiligen Ausstellungsprojekts Against the Playbook, kuratiert von Aline Lenzhofer, fügt sich in diese Arbeitsweise ein.
Ausgehend vom französischen Ausdruck „ver d‘oreille“ (Ohrwurm) beschäftigt sich ihre Performance mit Worten und Klängen, Fehlübersetzungen und ihrem poetischen Potenzial, neue Bedeutungen und imaginäre Welten zu schaffen. Das Ergebnis ist eine Live-Collage aus gesprochenem Wort, erfundener Sprache, Musik, Bildern und performativen Aktionen.
IMPRO-SESSION – MYRIAM EL HAÏK & GOLNAR SHAHYAR
Mo., 20.04.2026, 19:00 Uhr
philomena+, Heinestr. 40, 1020 Wien, www.philomena.plus, Eintritt frei
Präsentiert von philomena+ in Kooperation mit Salam Music
Am Tag nach ihrer Ausstellungseröffnung und Performance führt Myriam El Haïk ihr subversives Spiel mit Sprache in einer Impro-Session fort – diesmal gemeinsam mit der iranisch-kanadischen Sängerin und Komponistin Golnar Shahyar. Im Zentrum stehen Theatralität, Klangfarbe, Tempo und Rhythmus von Worten – ihre Abfolgen, Verschiebungen und Übersetzungen in Bild und Musik. Ausgehend von französischen und marokkanisch-arabischen Sprachfragmenten aus Myriam El Haïks Werken OHrGrün/VerT d’OreiLLe (2025) und Egorythms (2026) entfaltet sich ein Spiel der Assoziationen, Kombinationen und Transpositionen. Beide Künstlerinnen widersetzen sich dem „Joch“ festgeschriebener Bedeutungen und fragen nach der Macht sprachlicher Regelwerke. Golnar Shahyars Praxis zwischen Improvisation, Komposition und transkultureller Reflexion trifft auf Myriam El Haïks konzeptuelle Arbeit mit Sprache und Notation. „Die Zusammenarbeit mit Golnar ist eine Chance, diese beiden Stücke ihrer bemerkenswerten Stimme und Persönlichkeit zu öffnen“, so Myriam El Haïk. Es entsteht ein Dialog, der das Recht auf Imagination und hybride Welten verteidigt.
SALAM SALON
Salam Sessions – Cosmopolitan & Jam Session
Sa., 18. April 2026, 19:30 Uhr
Spektakel, Hamburgerstraße 14, 1050 Wien, www.spektakel.wien, Eintritt frei
Cosmopolitan ist ein interkulturelles Ensemble, das die bekannten Musiker:innen Basma Jabr, Mahan Mirarab und Danial Moazeni in einem gemeinsamen Projekt zusammenführt. Die Band präsentiert den Klang von Iran, der Türkei, Syrien und dem Balkan, vereint mit Jazz-Elementen. Seit der Gründung 2022 entwickelt Cosmopolitan einen eigenständigen Sound, zwischen den Einflüssen ihrer kulturellen Heimaten, freier Improvisation und emotionaler Ausdruckskraft. Die Musik speist sich aus persönlichen Geschichten und möchte kulturelle Grenzen überwinden und die Vielfalt der Kulturen feiern.
Basma Jabr – Gesang / Mahan Mirarab – Gitarre / Danial Moazeni – Tar, Gesang
Im Anschluss lädt der Host von Salam Sessions Orwa Saleh zur legendären Open Jam Session auf die Bühne im Spektakel ein. Im Anschluss lädt der Host von Salam Salon Orwa Saleh zur Jam Session ein – Special Guest ist dabei die Band Badil aus Marokko, Artist in Residence bei Salam Music 2026.
Oliven- und Orangenblütenduft – Hawy Rahman & Listening Session – Mohamed Ben Saïd
Mi., 22.04.2026, 19:30 Uhr & 21:00 Uhr
Spektakel, Hamburgerstraße 14, 1050 Wien, www.spektakel.wien, Eintritt frei
Oliven- und Orangenblütenduft – Hawy Rahman
In diesem Artist Talk blickt Hawy Rahman, Bildhauer, Performance- und Konzeptkünstler, auf Themen wie Erinnerung, Ort, Vertreibung und die Auswirkungen von Krieg auf persönliche und kollektive Identitäten. Ausgangspunkt seiner Erzählung sind drei eng verbundene Begriffe des arabischen Denkens: al-Makan (der Ort), al-Hadath (das Ereignis) und der Mensch dazwischen. Der Künstler erinnert sich daran, wo der Irak-Iran-Krieg begann, an den olivgrünen Uniformstoff seines Vaters – ein Symbol, das vor dem Krieg für Schutz und Mut stand, später aber Furcht und Verlust verkörperte. Er erzählt vom Duft der Orangenbäume Bagdads, einem Sinnbild für die friedvolle Vergangenheit der Stadt inmitten der Realität der 1980er Jahre.
Listening Session – Mohamed Ben Saïd
Der diesjährige Gastkurator Mohamed Ben Saïd lädt zu einer Listening Session ein, gewidmet einer der markantesten Stimmen der arabischen Musik: Ziad Rahbani.
„Als Kurator und langjähriger Bewunderer seiner Arbeit, habe ich in Ziad stets weit mehr als nur einen Komponisten gesehen. Er war ein Provokateur, ein Dramatiker von seltener Schärfe und ein ungeschönter Chronist seiner Zeit. Mit furchtlosem Instinkt verband er Jazzstrukturen mit arabischen Musiktraditionen, Satire mit Melancholie, Politik mit der Intimität des Alltags. Er schuf eine ganz eigene Sprache – rastlos, ironisch und zutiefst menschlich -, die über Generationen hinweg in der gesamten arabischen Welt nachhallt. Sein Werk unterhielt nicht nur – es stellte Fragen, irritierte und erhellte. Er verkörperte künstlerische Freiheit nicht als Schlagwort, sondern als gelebte und kompromisslose Praxis. Dieser Abend im Salam Salon ist eine Einladung, seine Musik nicht als Nostalgie zu betrachten, sondern als lebendige und hochaktuelle Stimme.“ Mohamed Ben Saïd
A Small Wish – Ramin Mazhar & Avin Ahmadi
Fr., 24.04.2026, 19:30 Uhr
Brunnenpassage, Yppenplatz, 1160 Wien, www.brunnenpassage.at, Pay as you can
In Kooperation mit Brunnenpassage
Mit A Small Wish begegnen sich der in Paris lebende afghanische Dichter Ramin Mazhar und die in Wien beheimatete iranische Oud-Spielerin, Sängerin und Komponistin Avin Ahmadi erstmals in einer gemeinsamen Performance. Im Zentrum steht das Storytelling – erzählt durch Sprache und Klang, durch Gedicht und Gesang. Ramin Mazhars Lyrik ist geprägt von der Erfahrung von Krieg, Exil und politischer Unterdrückung. Mit sanfter Melancholie beschreibt er Landschaften des Verlusts und der Zerrissenheit und bewahrt zugleich eine unerschütterliche Hoffnung auf Frieden und Freiheit. Seine Gedichte sind nicht nur Texte, sondern performative Klangräume.
Avin Ahmadis Musik wiederum ist selbst „reine Poesie“. Tief verwurzelt in der persischen Tradition und inspiriert von klassischer Dichtung, entfaltet sie auf der Oud und in ihrer Stimme einen emotionalen Kosmos, der Sprache erweitert, vertieft und neu deutet. Gemeinsam mit ihrem Duo-Partner, dem Pianisten Reza Tavakoli hat sie eigens für Ramin Mazhars Gedichte neue Kompositionen geschaffen. Gemeinsam entsteht ein Dialog, der die Musik der Sprache und die Sprache der Musik hörbar macht.
Ramin Mazhar – Poesie / Avin Ahmadi – Oud, Gesang / Reza Tavakoli – Klavier
Home Fado – Ramin Mazhar & Avin Ahmadi
So., 26.04.2026, 18:30 Uhr
Ort: tba, Quellenstraße 149, 1100 Wien, €30 inkl. Essen & Getränke
Begrenzte Plätze – Reservierung unter art.projectmosaic@gmail.com oder 0699 18201305.
Eine Veranstaltung von mosaic – united arts and culinarics und ein Projekt von Kulturverein CreaDo in Kooperation mit Salam Music
Der stimmige Festival-Ausklang im Rahmen von Home Fado hat bei Salam Music mittlerweile Tradition. In gemütlicher Atmosphäre begegnen sich Kulinarik, Poesie und Musik an einem Abend, an dem Kunst und Kultur ihre verbindende Kraft zeigen. Zwischen den Gängen eines liebevoll zubereiteten Menüs entfaltet sich das neue Projekt „A Small Wish“: Gedichte des afghanischen Dichters Ramin Mazhar treten in Dialog mit eigens komponierten Liedern der Singer-Songwriterin Avin Ahmadi, die sie gemeinsam mit dem Pianisten Reza Tavakoli entwickelt hat.
Home Fado ist ein Projekt des Vereins mosaic, der Frauen mit kunsttherapeutischen Ansätzen unterstützt, die ihre Heimat verlassen mussten. Kochen wird als kreativer, gemeinschaftlicher Prozess verstanden, der Begegnung ermöglicht.
Tickets: https://www.salam-music.at/tickets
Ermäßigte Karten für Besucher:innen bis 30 Jahre, Ö1 Club Karte sowie diverse Ermäßigungen der Veranstaltungsorte. Begrenztes Kontingent an Freikarten für Kulturpass-Besitzer:innen
(Anmeldung erforderlich unter info@salam-music.at).
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