Ripoff Raskolnikov zu Gast im Wiener Davis

Ripoff Raskolnikov ist, und das kann man nach inzwischen zahlreichen in der Szene vielbeachteten Veröffentlichungen und unzähligen Konzerten im In- und Ausland sagen, so etwas wie eine Legende. Zumindest im Kreise derer, die den klassischen Blues mit viel Tiefgang und viel Gefühl zu schätzen wissen. Er ist ein Liedermacher, der Musik erschafft, die erklingt, als wäre sie im Herzen des tiefsten Südens der vereinigten Staaten entstanden. Mit „Lenin Street“ erschien im vergangenen Jahr das inzwischen elfte Album des  Grazers. Mehr noch als zuvor wendet sich Ripoff Raskolnikov in seinen neuen Stücken dem Singer-Songwritertum zu, was seinem ureigenen Stil aber bestens ansteht. Zum überwiegenden Teil alleine mit der Gitarre in der Hand, lässt er stimmungsvolle Songs entstehen, die gerade wegen ihrer Zurückhaltung und Reduziertheit enorm viel Atmosphäre entwickeln. Live erleben kann man den Liedermacher am 18. Jänner im Davis in Wien. Im März und April folgt eine ausgedehnte Tour durch Österreich.

Es gibt sie doch, jene Musiker, die es auch ohne Anbiederung an irgendwelche Trends oder Strömungen und ohne jeglichen Medien-Hype schaffen, sich erfolgreich zu behaupten. Ripoff Raskolnikov verfolgt seit Anbeginn seiner musikalischen Karriere einen eigenen Weg, einen, der vor allem von höchster Authentizität geprägt ist. Mit Herz und Seele sich ganz dem Blues verschrieben, wandelt der Liedermacher in den Fußstapfen von Ikonen wie Bob Dylan oder Harry Chapin, ohne aber diese in irgendeiner Form zu imitieren. Seine Musik ist von einer ganz eigenen Note, auch weil er sich im Stil deutlicher als die Genannten dem traditionellen Blues der 1930er Jahre zuwendet. Mit eleganter Zurückhaltung und befreit von jedem Pathos und erschafft sich der in seinem Auftreten sehr charismatisch wirkende Ripoff Raskolnikov sein eigenes dezentes Klanguniversum, welches, und das ist das Schöne an diesem, von wirklich zeitloser Natur ist.

Die Stücke seines Albums „Lenin Street” sind eine Ansammlung von Geschichten über das Leben, von Ereignissen und Erlebnissen, welche sich alltäglich allerorts zutragen können. Dem Liedermacher geht es vor allem darum, mit seiner Musik Gefühle zum Ausdruck zu bringen und Emotionen zu erwecken. Was ihm auch vortrefflich gelingt. Sie Songs scheinen lebendig, sie atmen die Melancholie und den Blues, ohne dabei aber irgendwie erzwungen oder bemüht zu wirken. Und genau in diesem Punkt zeigt sich auch die große Kunst des Ripoff Raskolnikov. Er lässt die Dinge ohne großen Firlefanz oder irgendwelche klischeebeladenen Gesten einfach geschehen. Seine Perfektion liegt in der Nichtperfektion, in der Natürlichkeit, welche vom ersten bis zum letzten Ton spürbar ist. (mt)

Foto © Ripoff Raskolnikov

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