
Nun, die Puristen unter den Jazzliebhabern werden mit der Musik von Ride The Slide wohl eher ihre Mühe haben. Zu sehr aus dem Rahmen der üblichen Begrifflichkeiten fällt nämlich das von Mario Vavti, Stephan Thaler und Harry Tanschek Fabrizierte. Das Dreiergespann tänzelt, als ob es nicht Selbstverständlicheres gäbe, leichtfüßig und mit hörbar großem Spaß an der Sache durch die unterschiedlichsten musikalischen Welten und wirft wirklich Unterschiedlichstes in einen Topf. Das Erstaunliche ist, dass diese musikalische Achterbahnfahrt tatsächlich wie aus einem Guss erklingt. Keine Spur irgendeiner Art von Sperrigkeit, obwohl das von den drei Beteiligten Dargebotene zweifellos instrumental herausfordernder Natur ist.
Nur rücken Mario Vavti, Stephan Thaler und Harry Tanschek diesen Umstand nicht in den Vordergrund. Sie lassen es vielmehr fließen, sie interagieren im blinden Verständnis miteinander und erschaffen dieser Art einen sehr vielschichtigen Sound, welcher vor allem auch in einem hohen Maß an einer erfrischenden Eigenwilligkeit ihren Ausdruck findet. Die Frage nach einer Kategorisierung ihres Stils kann man getrost unbeantwortet lassen, spielt sie bei der Vielfalt an Einflüssen ohnehin keine große Rolle. Ausgehend vom Jazz schlägt das Trio so ziemlich überall hin seine Brücken, zu verschiedenen elektronischen Formen, zum edlen Swing, zu Klangexperimenten, in leichten Ansätzen auch zu alpinen Volksmusik und, und, und.
Mario Vavti, Stephan Thaler und Harry Tanschek zeigen, was wirklich Spannendes entstehen kann, löst man sich von allem Scheuklappendenken. Ihre Musik ist eine, die zugleich Spaß macht, wie auch herausfordert, sich mit ihr näher zu befassen. Wer sich für ausgefallenen Jazz begeistern kann, ist bei dieser Truppe definitiv an der richtigen Adresse. (mt)