Bild Porn to Hula
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PORN TO HULA – „Big Cups ‘N’ Refills“

Die oberösterreichische Heavy-Rock-Band PORN TO HULA veröffentlichte am 9. September 2016 ihr neues Album „Big Cups ‘N‘ Refills“ (Panta R&E). Nachdem es seit ihrer DVD „Evil A“ (2014) keine Veröffentlichung und seit 2011 kein Studioalbum mehr gab, ist das Quintett mit neuer Kraft wieder da.

Angefangen hat alles mit der Auflösung der Band Kyuss 1998: Damals trafen sich Andy K. Randall (Gitarre, Shouts), Phil Sicko (Electronics, Stimme, Harfe), U.L.F. Hell (Bass), S.S. Naughtilus (Gitarre, Screams) und Perry Striker (Drums), um der eben abgetretenen Band Tribut zu zollen – das Abrocken dauert bis heute an. Auch wenn sich zwischen 2006 und 2008 entschieden hat, dass Porn to Hula ein eigenständiges Musikprojekt ist, leben die fünf seit 18 Jahren in purer Ekstase. Mit ihren The-Melvins-ähnlichen Gitarrenriffs und ungezügelten Energieflüssen haben sie sich nach oben gespielt und dabei fünf Releases (darunter eine DVD) hingelegt. Das ist zwar verhältnismäßig wenig, aber dafür sind sie ständig auf Tour.

Porn to Rock

Cover „Big Cups ‘N’ Refills“
Cover „Big Cups ‘N’ Refills“

Das Album beginnt mit dem Titelsong und gleich zu Anfang tritt der Wow-Effekt ein: Die Gitarren blasen den Zuhörenden gehörig die Ohren sauber und die Drums machen alles wieder schmutzig. Der Song ist wild und rockt, als wäre King Buzzo am Werk – man weiß nicht, was man tun soll, außer zuzuhören und zu grinsen. „Create and Craft“, der darauffolgende Song, scheint anfangs so, als wäre er eine Ruhepause, aber falsch geraten: Unerbittlich zwingen Gitarre, Voice, Drums und Bass die Füße zum Tanzen und Jumpen und der Kopf beginnt wie von selbst zu bangen. Die unglaubliche Energie der Lieder durchströmt von der ersten Sekunde an den ganzen Körper und lässt ihn nicht mehr los.

Die lyrische Leistung der Band ist auch eine Erwähnung wert: Sarkastisch, witzig und manchmal überspielt dramatisch zieht der Sänger unsere kleinkarierte Gesellschaft durch den Kakao, bedient sich einer kräftigen Portion Zynismus und rundet somit die instrumentale Darbietung ab. Ein besonders gelungenes Stück ist „Hit and Never Fail“, ein von Gitarrensoli durchzogener Track, der einen schwerfälligeren Rhythmus als seine Vorgänger hat, aber wie Wellen über die ZuhörerInnen hinwegschwappt. Wer für einen Trip in das energiegeladene, gitarrenumwobene Porn-to-Hula-Land bereit ist, möge sich das Album holen und ein Konzert besuchen – es lohnt sich sicher.

Antonia Seierl

Porn to Hula live:
15.09. Chelsea, Wien
16.09. Stadtwerkstatt, Linz
17.09. Gei, Timelkam
22.09. Explosiv, Graz
23.09. Freiraum, St. Pölten

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