Playbackdolls – Out of the Blue

Mit Spannung wird es erwartet, das Erstlingswerk der Playbackdolls. Wer die Band rund um Sängerin und Schauspielerin Tini Trampler und den Elektroniker und Multiinstrumentalisten Stephan Sperlich in den vergangenen Monaten bereits einmal live miterleben durfte, der kann bereits erahnen, dass es sich bei „Out of the Blue“ (Monkey) um ein wirklich starkes Stück Musik handeln muss. Und so ist es auch. Was die Playbackdolls musikalisch abliefern, ist schlicht, und das kann man jetzt schon sagen, mit das Interessanteste, Spannendste und Herausragendste, das 2011 aus Österreich zu hören sein wird. Erhältlich ist das Album ab 11. März.

Mit Superlativen sollte man eigentlich eher sparsam umgehen. Doch was Tini Trampler (Die Dreckige Combo), Stephan Sperlich (78plus, Mann über Bord, Elektro Farmer), Schlagzeuger Erwin Schober (Fatima Spar & The Freedom Fries, 78plus) und Gitarrist Florian Wagner hier auf die Beine stellen, ist ganz großes Kino. Das Quartett zelebriert unter Mithilfe einiger, nicht weniger herausragender GastmusikerInnen (Maria Düchler, Bernhard Rabitsch) einen Sound, der so abseits jeglicher Standards und Konventionen angesiedelt ist, der so unverkennbar eigenständig, facetten- und variantenreich aus den Boxen schallt, dass es eine wahre Freude ist. Wie dem Vierer es gelingt, Einflüsse aus den Bereichen Chanson und Elektronik, Blues und Industrial, Trip Hop, slawischer Folklore, Rock in der Tradition eines Tom Waits, Ragtime, Pop und New Wave in den insgesamt dreizehn Songs Verbindung zu setzen, nötigt einem schlicht und einfach Respekt ab.

Playbackdolls – Love in Time by mica

Man merkt bei jedem Ton, dass mit Tini Trampler und Stephan Sperlich ein Liederschreiber-Duo am Werken ist, das sein Handwerk versteht und weiß, was zu tun ist und ein enorm ausgeprägtes Gefühl für intelligentes Songwriting besitzt. Durchdachte Arrangements treffen auf eingängige Melodien mit Ohrwurmcharakter, wobei der Qualitätslevel und somit auch der Spannungsbogen dieser durchgehend auf höchstem Niveau gehalten werden. Ganz stark auch die gesangliche Leistung von Tini Trampler, die jedem einzelnen Song einen ganz eigenen Charakter verleiht. Mal wandelt sie mit dunkler Stimme in den Spuren einer Marlene Dietrich (Die Stadt), mal zeigt sie sich von ihrer zerbrechlichen, düsteren, ja fast schon bedrohlich wirkenden Seite (Out of the Blue, Heart Attrac), um im nächsten Moment ganz im Cabaret aufzugehen (Oh Welt, Schlüsselloch).

„Out of the Blue“ ist gleichermaßen ein Album fürs Hirn, die Seele und die Tanzbeine. Die Playbackdolls versuchen nicht irgendwelchen aktuell erfolgreichen Strömungen zu entsprechen, sondern verfolgen ihren eigenen Weg. Dieser ist höchst eigenständig, ungemein selbstbewusst und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die nächste Gelegenheit Trampler, Sperlich und Co. live auf der Bühne zu sehen, gibt es am 12. März in der Bunkerei in Wien im Rahmen des Akkordeon Festivals.(mt)

 

http://www.playbackdolls.at/
http://www.monkeymusic.at