phonoFemme – Internationales Klangkunstfestival

Das erstmals stattfindende Festival phonofemme bringt vom 21. bis zum 25. April die Größen der internationalen Klangkunstszene in Wien zusammen. Im Mittelpunkt der im Wiener Kosmostheater und in Kooperation mit dem mica-music austria stattfindenden Veranstaltung stehen die Erforschung des unendlichen Kosmos der Klangkunst und die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem.

phonofemme ist kein Festival im herkömmlichen Sinne, zumindest kein solches in dem die BesucherInnen bereits fertiggestellte Werke zu hören bzw. zu sehen bekommen. Vielmehr handelt es sich laut der künstlerischen Leiterin Mia Zabelka, um ein “offenes Experimentierfeld, ein Klanglabor, wo sich mehrere Tage lang Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt treffen und gemeinsam Dinge ausprobieren und umsetzen”. Die Veranstaltung wurde bewusst nicht als mehrtägiges Konzertereignis konzipiert. Für die Umsetzung haben sich drei Musikplattformen, nämlich Zabelkas eigene Plattform Enterprise Z, Pauline Olivieros Deep Listening Institute und die Plattform Mani D.O.O. von Zahra Mani zusammengetan, um gemeinsam ein Programm zu erarbeiten.

Die bei phonofemme auftretenden internationalen und  in Österreich lebenden Klangkünstlerinnen unternehmen den Versuch, die Klangkunst mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Festgeschriebene Konzepte oder stilistisch Grenzen werden bewusst ignoriert. Vielmehr stehen das Experiment und das Spiel mit dem Möglichen im Mittelpunkt des Geschehens. Die Klangkunst soll als eine Kunstform dargestellt werden, die zu allen Seiten offen und in ihrer Umsetzung keinen traditionellen kulturspezifischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist. Es geht schlicht und einfach darum, traditionelle Schemata der Kunstpraxis aufzulösen, um den Wege für die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten freizumachen. Mit diesem Ziel im Auge kombinieren die Künstlerinnen alle nur denkbaren Spielarten der Kunst. Raumbezogene Klanginstallation und Klangarchitektur, Performances, Klangobjektkunst sowie Lautpoesie sollen den BesucherInnen die aktuellen Strömungen der Klangkunst vermitteln.

Ein Blick auf die Namen der Künstlerinnen verrät, dass sich in der Tat die führenden Köpfe der internationalen Klangkunstszene in Wien einfinden. Lydia Lunch, Mia Zabelka, Olga Neuwirth, Pauline Oliveros, Paola Bianchi, Miya Masaoka, Dragica Rajcic, Maria Chavez, Zahra Mani und Svetlana Spajic treten allesamt mit dem Ziel an, das interdisziplinäre Spannungsfeld von Musik, bildender Kunst, Literatur, Tanz und Medienkunst auszuloten.(mt)

Foto: Mika Vainio