Zum zwölften Mal wird von VIENNA SHORTS der ÖSTERREICHISCHE MUSIKVIDEOPREIS vergeben. In diesem Jahr befindet sich unter anderem die Gewinnerin vom vergangenen Jahr unter den Nominierten: SABRINA NORTE´s Video zu „SLUT“ von ÆNGL fka W1ZE.
Im vergangenen Jahr gewann Regisseurin und Cutterin Sabrina Norte für das Musikvideo zu „Painted Pain“ von W1ZE feat. Lukas Oscar. Heuer ist sie gleich zweimal unter den Nominierten, einmal mit „Slut“ von ÆNGL fka W1ZE sowie mit „Windows open“ von Kin Dread.
ÆNGL wurde unter dem Künstlernamen W1ZE von Sony entdeckt, die den Vertrag aber wieder aufgelöst haben mit der Begründung, dass man nicht wisse, wie man die Musikerin vermarkten sollte. Jetzt bringt sie ihre Songs selber heraus und setzt umso mehr ein Zeichen für ihre Willenskraft und innere Stärke. ÆNGL macht Pop mit viel Bass und lyrischen Texten und thematisiert in ihrer Musik Liebe und Selbstakzeptanz sowie Hass und Diskriminierung, mit der sie in der Vergangenheit konfrontiert war. Die in Simbabwe aufgewachsene Künstlerin zog mit 21 Jahren mit ihrer Familie nach Österreich, wo sie zu einer festen musikalischen Größe wurde. Sie hat zum Beispiel schon beim Popfest und den Austrian Music Awards performt. Mit dem Musikvideo von Sabrina Norte zu „Painted Pain“ (W1ZE ft. Lukas Oscar) wurde sie im vergangenen Jahr mit dem Österreichischen Musikvideopreis ausgezeichnet.
Ein Exempel für radikale Selbstliebe und queer-fun
Das Video zu „Slut“ beginnt Schwarz-Weiß, ÆNGL trägt ein elegantes weißes Kleid und fährt in einem Pontiac Grand Prix vor, Regentropfen klatschen auf die Glasscheiben. Sie holt eine Schaufel aus dem Kofferraum und postuliert: „I´m a slut.“ ÆNGL schaufelt ein Grab und beerdigt ihr altes ich. „Das Mädchen, das früher Angst hatte, existiert nicht mehr“, schreibt die genderfluide Musikerin dazu auf Social Media. Im kleinen Schwarzen kommt sie nach Hause, das Bild ist nun in Farbe. ÆNGL´s Mutter betrachtet ihre Nägel und Make-up und schreibt „You´re a slut“ mit Magneten-Buchstaben an den Kühlschrank. Darüber kann ÆNGL nur lächeln, denn für sie ist es längst kein Schimpfwort mehr. Ganz im Gegenteil, sie zelebriert ihren Wandel als Befreiungsschlag und hat Unterstützung. Eine Gruppe baut einen Lift zusammen, der ÆNGL in den Himmel bringt. Sie tritt tanzend und euphorisch die Reise an und kommt im Engelskostüm zurück.
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Was wie ein klassischer Schwarz-Weiß Film aus den 1970ern beginnt, entwickelt sich zu einem Manifest der Gegenwart. Das Video von Sabrina Norte ist in einer stilvollen Underground-Ästhetik gehalten, die für ÆNGL charakteristisch ist. Ikonisch und selbstbewusst setzt die BIPoC-Künstlerin in „Slut“ ein Exempel für radikale Selbstliebe und queer-fun. „ÆNGL hat ihre Ängste abgelegt, den Hass begraben und ist wieder aufgestanden, um all das zu sein, was man ihr nicht zutraut“, schreibt die talentierte Künstlerin zu „Slut“.
Sophia Olesko
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Termine
31.05. MUVI Preisverleihung im Metrokino
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Links
Sabrina Norte (Website)
Sabrina Norte (Instagram)
ÆNGL (Instagram)
ÆNGL (Spotify)
