Musikpolitischer Fragenkatalog des mica-music austria an die Kultursprecher aller im Parlament vertreten Parteien (SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ. BZÖ)

Musikpolitischer Fragenkatalog des mica-music austria an die Kultursprecher aller im Parlament vertreten Parteien (SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ. BZÖ)Aufbauend auf dem Themenkatalog der “Österreichischen Präsidentenkonferenz”, zusammengesetzt aus den wichtigsten Organisationen des österreichischen Musiklebens zur Parlamentarischen Enquete Musik am 3. Juni 2008 und den dort vor und nach dieser Enquete formulierten Forderungen (siehe ggf. auch allgemein die umfassenden Berichte und Stellungnahmen unter dem Stichwort Parlamentarische Enquete auf den Musiknachrichten auf unserer Website chronologisch veröffentlicht) hat mica – music austria ein 11 Punkte-Programm erstellt.

Diese gleich weiter unten angeführten 11 Punkte nach Hauptgebieten bitten wir Sie, als Kultursprecher der wahlwerbenden Parteien, aus der Sicht wiederum Ihrer bzw. Ihrer Partei kultur- bzw. musikpolitischen Vorhaben bzw. Erklärungen vor der Wahl, akzentuiert, differenziert nach den angesprochenen Punkten schriftlich zu kommentieren bzw. zu antworten, inwieweit hier Ihr besonderer Umsetzungswillen oder konkrete Umsetzungsvorschläge bei Ihnen vorhanden sind.

Wir werden diese Ihre Stellungnahmen noch vor der Wahl, spätestens bis 21.09. 2008, auf unserer Musiknachrichten-Website im Wortlaut für das musikinteressierte Publikum und die Wählenden in Österreich veröffentlichen. Und zwar in der Reihenfolge des Zeitpunktes Ihres Eintreffens bei uns.

 

Darüber hinaus bieten wir Ihnen nach (oder aber auch anstatt) dieser Ihrer schriftlichen Stellungnahme auch ein mündliches Interview mit dem verantwortlichen Redakteur, Dr. Heinz Rögl an. Wenn dieses bis spätestens ebenfalls 21.09. zustande kommen kann, wird es in unseren Musiknachrichten als mica-Interview ebenfalls noch vor der Wahl veröffentlicht.

Damit wollen wir zur Vertiefung des aktuellen musikpolitischen Diskurses einladen, der anhand der Debatte um eine Erhöhung des Sendeaufkommens österreichischer Musik im Rundfunk in verschiedenen Medien zum Teil zu einseitig und oberflächlich geführt wurde.

 

Wir bitten Sie zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen.

 

Was ist musikpolitisch zu tun und anzustreben?

 

.       Aktuelle Musik ?
Sicherung der Existenz aktueller Musik mit Kunstanspruch
.       Gleichbehandlung der Geschlechter ?
Gender Mainstreaming, vor allem im Bereich geförderter Projekte und Organisationen
.       Ausbildung?
Erhöhung des Stundenrahmens und qualitative Verbesserung des Musikunterrichts an Pflichtschulen, Reform der Ausbildung der MusiklehrerInnen, Ausbau der Landesmusikschulwerke, Flächendeckende Ausbildungsangebote für alle Genres, Einrichtung niederschwellig zugängiger universitärer Ausbildungslehrgänge für Musikbusiness, Internationalisierung des Lehrkörpers auf universitärer Ebene
.       E-Culture?
Unterstützung der Vermittlung, Verbreitung und Vermarktung über das Internet durch Einrichtung von Lehrgängen, Schaffung von kostenlos und niederschwellig zugängigen Plattformen und Portalen
.       Urheberrecht?
Verstärkte Mitbestimmung der Musikschaffenden innerhalb der Verwertungsgesellschaften zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit nationaler Gesellschaften, Schaffung von Transparenz und Überprüfung der Verteilung von nicht zuordenbaren Tantiemen und der Potenziale für Nachwuchsförderung durch Änderung der Tantiemenverteilung, kulturgerechte Umsetzung des Urheberrechts für die digitale Welt
.       Steuern + Soziales?
Senkung der Mehrwertsteuer für Tonträger auf 10%, Abschaffung der Vergnügungssteuer, Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes und Schaffung eines Urhebervertragsrechts
.       Präsenz ?
Schaffung und Umsetzung geeigneter Konzepte zur Anhebung der Medienpräsenz im Inland und in internationalen Leitmedien, Einrichtung regelmäßiger Festivals mit internationaler Strahlkraft in allen Genres
.       Internationalisierung ?
Schaffung einer Vertriebsplattform für den Zugang zu internationalen Märkten, Erhöhung der Förderungen von Auftritten und Tourneen im Ausland, Einrichtung einer Ausfallhaftung für Exportgeschäfte
.       Kapital?
Erleichterter Zugang zu Fremdkapital für Einzelunternehmer, Schaffung neuer Finanzierungsmodelle in Analogie zu Verlags- und Galerienförderung, zusätzliche mehrjährig ausgelegte Förderungen für die Musikwirtschaft
.       Bühnen?
Schaffung zusätzlicher geeigneter Spielstätten für Musikschaffende aller Genres, Schaffung eines Regulativs für den Anteil heimischer MusikerInnen in geförderten Spielstätten
.       Förderstrukturen?
Transparenz der Kulturfördermittelvergabe, Herauslösung von Sanierungsfällen und Großprojekten aus dem regulären Kulturbudget, Zusammenarbeit der kulturbefassten Ministerien, Intensivierung der Förderung von Vermittlungsaktivitäten
Darüber hinaus haben Sie Gelegenheit, Ihre besonderen Anliegen und Vorhaben, die Sie für besonders wichtig halten, auch jenseits dieser von uns zusammengestellten Stichworte darzustellen.

 

Wir danken für Ihre Beteiligung!