
METALYCÈE sind bekanntermaßen eine Band, die aus musikalischer Sicht immer schon aus etwas der Reihe getanzt ist. In stilistischen Fragen bewusst irgendwo zwischen den Stühlen Platz nehmend, steht die fünfköpfige Wiener Formation für einen Sound, in dem sich Versatzstücke unterschiedlichster Spielarten auf recht eigenwillige Weise zu einem Ganzen verbinden. Dieser Umstand macht es auch schwer, das von Nik Hummer (Synthesizer, Trautonium), Bernhard Breuer (Schlagzeug, Elektronik), Melita Jurisic (Gesang), Matija Schellander (Elektronik, Bass) und Armin Steiner (Synthesizer) Dargebotene wirklich exakt beim Namen zu benennen.

Was die Wiener Band entstehen lässt, ist ein düster und bedrohlich wirkender Endzeitsoundtrack, der sehr unterkühlt in seiner Note im ersten Moment vielleicht etwas verstörend wirkt. Dem Ganzen das i-Tüpfelchen setzt die Frontfrau und Sängerin Melita Jurisic, die ausdrucksstarker Stimme und beängstigend guter Spoken-word-Poetry den Nummern, diesen ganz bestimmten Vibe verpasst, dem man sich kaum entziehen kann.
“Expat Blues” ist zugegebenermaßen kein leichtes Album geworden. Man muss sich mit den Stücken schon auseinandersetzten, um sie wirklich in ihrer Ganzheit fassen zu können. Tut man dies aber und lässt ihnen Zeit, so erwachsen sie von Mal zu Mal zu einem immer intensiver werden Hörerlebnis, zu einem, das nachhaltig seine Wirkung entfaltet. (mt)
Foto METALYCÈE: zoe*fotografie