Das Wiener Duo Madchen Amick hat zwar erst eine Single veröffentlicht, gehört aber trotzdem zu einer der interessantesten heimischen Bands der Stunde. Ihre erste Single „Big Majestic Douglas Firs“ wird bereits auf FM4 und Radio Superfly gespielt, und die zwei Musiker haben noch viel vor. Zuerst wird mal ein Label gesucht und dann sollen Gigs im Ausland folgen. Ihre Mischung aus Elektro, Country und 50.er Jahre Soundtracksurfersound bezeichnet die Band selbst als „No Wave Country“. So klingt es, wenn Johnny Cash mit T. Raumschmiere auf einer Party abfeiert.
Und der Erfolg gibt Jimmy Zurek und Robert Schwarz bisher Recht, und so sind schon das ein oder andere Label an den Produktionen der Wiener interessiert. Die Single Shelly Johnson mit den zwei Tracks „Big Majastic Douglas Firs“ und „Jail Cake“ ist bei Kinderkreuzzug erschienen. Das Video zur Single wurde auf Youtube bereits über dreitausend Mal angeklickt. Die bekennenden David Lynch Fans, der Bandname läßt ja darauf schließen, haben auch ihr Video in bekennender Twin Peaks Manier gedreht.
Im Spätsommer 2009 hatten Robert Schwarz und Jimmy Zurek den selben Sound im Kopf. Nach Angaben vom Sänger Jimmy Zurek war die klangliche Vorstellung so intensiv, dass sie tagelang versucht haben sie in Worte zu fassen. Twin Peaks war dabei ein zentrales Element, sozusagen der atmosphärische Kern. Nach einer erneuten kompletten Durchsicht der ersten Staffel, waren die Band dann zwei Tage im Studio und haben Big Majestic Douglas Firs aufgenommen.
Die Einflüsse, der zwei Vollblutmusiker decken fast das gesamte musikalische Repertoire des 20. Jahrhunderts ab. Für ihr Projekt wollten sie eine Synthese aus Jimmys Vorliebe für 50´s Rock´n´Roll und Roberts Vorliebe für Krautrock und Postpunk herstellen. Selbstverständlich gibt es einzelne Figuren, die für Madchen Amick hervorstechen und sie nachhaltig beeinflusst haben wie etwa Mike Patton, Alan Vega, Luc Ferrari, Johnny Cash und Otto von Schirach mit seinen Miami Bass Warriors.
Es gibt bis dato auch sehr prominente Fans des Duos: Patrick Pulsinger, Erdem Tunakan, Gerhard Potuznik, DJ 3Volt und Sebastian Schlachter arbeiten bereits fleißig an Remixen von Madchen Amick. Ein Remix-Contest ist nach der nächsten Veröffentlichung geplant. Eine Plattenfirma fürs Album, dass im Herbst erscheinen soll, wird noch gesucht, aber aus Bandkreisen wurde bereits verlautbart, dass man darauf nicht mehr allzulange warten muß.
Für Robert war Twin Peaks eine von mehreren essentiellen Erfahrungen im Teenageralter und die Faszination hat bis heute angehalten.Der Name Madchen Amick hat sich so ergeben. Nach eigenen Angaben wohnt die Band aber in der Black Lodge, der schwarzen Hütte. Wer es nicht glaubt, kann gerne dort vorbeikommen. Den Eingang findet ihr. (me)
Fotokredit: Black Lodge Elsa Okazaki, das andere von Alexander Chitsazan.
http://www.myspace.com/madchenamickofficial