Little Mila – „Deine Mama“

Schon mit der Single „Verliebt in deine Mom“ hat Little Mila vorgezeigt, dass sie ihren ganz eigenen Weg zwischen Hip-Hop, Indie-Pop und schrägem Humor geht. Statt sich in Genregrenzen einzurichten, setzt die Niederösterreicherin auf Persönlichkeit, Witz und einen Blickwinkel, der die Dinge gerne einmal gegen den Strich denkt. Mit ihrem Debütalbum „Deine Mama“ (Kohlwein Records) führt sie diesen Ansatz nun konsequent weiter und präsentiert ein Werk, das hinter seiner augenzwinkernden Fassade deutlich mehr verbirgt, als der Titel zunächst vermuten lässt.

Musikalisch zeigt sich Little Mila erstaunlich vielseitig. Gemeinsam mit Produzent Maxi Nagl und weiteren Mitwirkenden spannt sie einen weiten Bogen zwischen entspannt dahinfließenden Beats, poppigen Melodien, funky Grooves und modernen Hip-Hop-Sounds. Die einzelnen Stücke schlagen dabei unterschiedliche Richtungen ein, fügen sich aber dennoch zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Die Produktion lebt von vielen kleinen Ideen, unerwarteten Wendungen und einer verspielten Offenheit, die dem Album einen eigenständigen Charakter verleiht.

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Genau diese abwechslungsreiche Soundarbeit macht „Deine Mama“ zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Während „Biene Maja“ oder „pix von deiner mama“ mit ihrer lockeren, tanzbaren Art sofort gute Laune verbreiten, zeigen „BOB“ und „Loco“ die entspanntere, atmosphärischere Seite der Künstlerin. „Nonverbal“ groovt sich mit feinem Funk-Einschlag durch die Boxen, „Grillz“ flirtet mit Pop, und mit „Sonntag“ versteckt sich gegen Ende des Albums ein Song, der sich mit seiner sonnigen Leichtigkeit als heimlicher Favorit empfiehlt.

Auch inhaltlich bleibt Little Mila erfreulich vielschichtig. Natürlich spielt die titelgebende Mutterfigur eine zentrale Rolle und liefert einigen Songs ihren roten Faden. Doch darunter verhandelt die Sängerin und Rapperin auch Fragen nach gesellschaftlichen Erwartungen, Konsumdenken und dem Gefühl, sich in einer zunehmend auf Besitz und Selbstinszenierung ausgerichteten Welt zurechtfinden zu müssen. Der besondere Reiz liegt dabei darin, dass sie ihre Gedanken nie direkt ausformuliert. Stattdessen verpackt sie diese in humorvolle Geschichten, doppeldeutige Bilder und Texte, die oft erst beim zweiten Hinhören ihre eigentliche Stärke entfalten.

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So gelingt Little Mila mit „Deine Mama“ ein Debüt, das Spaß macht, ohne belanglos zu sein. Ein Album voller Charme, Eigenwilligkeit und musikalischer Farben, das seine Leichtigkeit zelebriert und gerade dadurch immer wieder überraschend tief blickt.

Michael Ternai

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Little Mila live:
09.06. Kramladen Wien, Albumpräsentation

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Links:
Little Mila (Instagram)
Kohlwein Records