Kurt Schwertsik-UA in Salzburg im Rahmen des Jugendprojekts des Mozarteum Orchesters

“2 Orchestras” heißt das neue Jugendprojekt des Mozarteum Orchesters in Salzburg. Heute hat in dessen Rahmen Kurt Schwertsiks viersätzige Sonatine für Orchester “Herr K. entdeckt Amerika” im Großen Festspielhaus Premiere, die Aufführung wird am Donnerstagvormittag für Schulen wiederholt. Der Titel nimmt Bezug auf Franz Kafkas unvollendeten “Amerika”-Roman. Es ist aber “keine Programm-Musik”, sondern soll – wie jede Musik – “ihre eigene Geschichte erzählen” sagte Schwertsik in einem kurzen Gespräch den Salzburger Nachrichten in einer Probenpause.

Im neuen Jugendprojekt “2 Orchestras” spielen gemeinsam Mitglieder des Mozarteum Orchesters und des Salzburger Landesjugendorchesters. Speziell für diese Kombination vergibt das Mozarteum Orchester Kompositionsaufträge, den ersten erhielt Kurt Schwertsik. Auf dem heutigen Programm stehen zwei Ouverturen von Hector Berlioz sowie ein weiteres zeitgenössisches Werk, das für eine ähnliche Situation komponiert wurde: “Into the ferment” von dem Schotten James MacMillan.

Den nächsten Auftrag (für 2010) hat Toshio Hosokawa bereits erhalten. Das Projekt ist auf zehn Jahre und zunächst insgesamt fünf derartige Aufträge angelegt und wird von der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung gefördert. Über Verlauf und “Material” des Projekts, das auch weltweit verbreitet und vermarktet werden soll, informiert eine eigene Website, auf der auch junge “Botschafter” aus ihrer Sicht berichten.

Der Dirigent heute ist Micha Hamel. Er will durch zuweilen langsameres Probieren als mit “nur” einem Profiorchester “die Freude vermitteln, gemeinsam zu musizieren und dabei ein ganz neues Stück seriös hervorzubringen.” Wie viele der KollegInnen auch möchte die junge Konzertmeisterin Maria Holzer-Graf die neuen Erfahrungen nicht missen. Klassische Werke kenne man doch schon durch andere Interpretationen, aber ein neues Stück könne man ganz anders mitgestalten. Und ein anderer Kollege im Orchester nennt Schwertsiks Musik teilweise schon sehr schwer und anspruchsvoll. Kurt Schwertsik attestiert: “Ich versuche, sehr einfach zu komponieren, aber es ist nie einfach zu spielen. Es sind schon auch heimtückische Sachen drin.”  (hr / SN).

Foto Kurt Schwertsik: Axel Zeininger/Boosey & Hawkes