Kunst hat Recht – eine Deklaration der IG Autorinnen Autoren

Haben Werke von KünstlerInnen, welcher Sparte auch immer, heutzutage überhaupt noch einen Wert? Führt man sich die Entwicklungen der vergangenen Jahre vor Augen, scheint es fast so, als müsste man diese Frage mit Nein beantworten. Die digitalen Neuerungen, das Internet und andere technologische Errungenschaften haben es für viele KonsumentInnen möglich gemacht, sich Musik, Bücher, Filme etc., ohne nur einen Cent dafür zu bezahlen, anzueignen. Das veränderte Nutzungsverhalten hat zu einem Trend Richtung „Gratiskultur“ geführt, welche die Kunstschaffenden natürlich massiv betrifft. Kurz: Sie verdienen mit ihrer Arbeit nur noch wenig bis gar nichts. Was wiederum, weil damit logischerweise die Lebensgrundlage für KünstlerIn, AutorInnen und MusikerInnen quasi wegfällt und sich immer weniger dafür entscheiden, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, einen negativen Effekt auf die kulturelle Vielfalt im Gesamten hat. Um das Bewusstsein zu wecken, dass dieser Zustand ein untragbarer ist, fordert die IG Autorinnen Autoren nun in einer Deklaration “zur Stärkung der Urheber- und Nutzungsrechte” ein “Umdenken der Konsumentinnen und Konsumenten” sowie “nachhaltige gesetzliche Regelungen”. Die IG ruft nun Einzelpersonen und Einrichtungen dazu auf, die Deklaration der KünstlerInnen zu unterzeichnen. Der Öffentlichkeit vorgestellt die Initiative Ende Jänner.

Für die Internetgeneration ist es zum Selbstverständnis geworden, sich Musik, Filme, Fernsehserien, Bücher, Computerspiele, Software etc. gratis aus dem Netz zu besorgen, ohne dabei Rücksicht auf die Interessen der Rechteinhaber zu nehmen. Trotz diverser rechtlicher und technischer Maßnahmen ist es der Medienindustrie und dem Gesetzgeber nicht wirklich gelungen dieses neue Konsumverhalten einzudämmen. Leidtragende dieser Entwicklung sind vor allem die Kunstschaffenden, die immer weniger bis gar nicht mehr von ihrer schöpferischen Arbeit leben können. Nach der IG hat sich inzwischen auch in der breiten Öffentlichkeit die Meinung breit gemacht, die Durchsetzung der eigenen Rechte durch Kunstschaffenden sei „falsch“.

Genau diesem Denken soll die nun gestartete Initiative entgegenwirken. Den Leuten soll vor Augen geführt werden, welch negative Auswirkungen eine solche Entwicklung nicht nur für die Kunstschaffenden selbst hat. Die IG sieht vor allem die kulturelle Vielfalt in Gefahr. Aufgezeigt werden soll, dass genau diese Vielfalt auch der Garant für zahlreiche Arbeitsplätze ist, die, wenn sie immer mehr eingeschränkt wird, dies immer weniger gewährleisten kann, was wiederum negative Folgen für die Gesellschaft und die Wirtschaft hat. Um einer solchen Abwärtsspirale Einhalt zu gebieten fordert die IG Autorinnen Autoren:

  • ein klares Bekenntnis der österreichischen Politik zum Urheberrecht als Grundrecht der Künstlerinnen und Künstler.
  • eine zeitgemäße Reform und Ausbau des Urheberrechts unter Berücksichtigung aktueller Technologien.
  • eine Reform der urheberrechtlichen Vergütungssysteme, insbesondere der Leerkassetten- und Reprographievergütung.
  • die Erhaltung des Urheberrechtssenats als effiziente Streitschlichtungsinstanz.
  • wirksame Instrumente der Rechtsdurchsetzung.

 

http://www.kunsthatrecht.at