
Es gibt MusikerInnen, die sich in ihrem Schaffen, nicht auf ein einzelnes Genre festnageln lassen wollen, die sich von jeglichem Scheuklappendenken befreien und das „über den eigenen Tellerrand blicken“ zur Prämisse ihres Tuns erhoben haben. Christoph Pepe Auer zählt ohne Zweifel zu dieser Gattung von MusikerInnen. Blickt man auf die unterschiedlichen Ausrichtungen seiner vielen Projekte, wird ersichtlich, dass es sich bei ihm um alles andere als einen Traditionalisten handelt. Der gebürtige Tiroler liebt wie seine Vorbilder John Coltrane, Wayne Shorter und Mark Turner das Experiment, das Beschreiten neuer Pfade. Große Melodiebögen sind im ebenso vertraut wie aberwitzigste Improvisationen, Popmusik ist für ihn genauso wenig ein Fremdwörter wie Klassik oder Neue Musik.
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Nein, Christoph Pepe Auer unterwirft sich keinen Beschränkungen, der Hans Koller Preisträger macht, begünstigt durch sein außergewöhnliches instrumentales Können, all das, wozu er Lust und Laune hat. In welcher Formation auch immer, egal ob nun im Duo mit Manu Delago (Living Room), im Quartett mit Phoen, solo, im Bigband-Format oder in anderen Konstellationen, der Saxophonist und Bassklarinettist weiß, aufgrund seiner außergewöhnlichen melodischen Klangsprache, der Musik seinen individuellen Stempel aufzudrücken. Auf keinen Fall unterschätzen darf man auch seine Leistung in der Förderung der jungen heimischen Jazzszene als Labelbetreiber von Session Work Records.
Zum Auftakt seiner herbstlichen Konzertreihe im KulturRaum Neruda begibt sich der vielseitige und facettenreiche Musiker gemeinsam mit den zwei nicht minder begabten und herausragenden InstrumentalistInnen Philipp Nykrin (Piano) und Eva Klampfer (Gesang, Elektronik) auf eine musikalische Entdeckungsreise. Durch welche klanglichen Welten diese führen wird, ist eigentlich nicht wirklich voraussagbar. Was die ganze Sache aber auch so spannend macht. (mt)
Christoph Pepe Auer