Nicht nur das Spielen klassischer Instrumente mag gelernt sein, um als MusikerIn in Orchestern oder als SolistIn, als KomponistIn oder als InstrumentallehrerIn reüssieren zu können. Auch in den neueren Stilrichtungen wie Jazz, Pop und Rock will das technische Handwerk und die musikalische Sprache erlernt sein. Und selbst die vielfältigen Bereiche der Volks- und Weltmusik haben sich inzwischen einen Platz in der höheren Musikausbildung erobert. Das Konservatorium Klagenfurt, kurz KONSE, widmet sich inzwischen all dieser verschiedenen Genres mit umfangreichem Lehrangebot und blickt zu seinem 80jährigen Jubiläum von 2. bis 6. Juni auf das bereits Geschaffene sowie in die Zukunft. Dafür sorgt nicht nur das umfangreiche musikalische Programm, bei dem das KONSE die vielfältigen Strömungen präsentiert; auch im Rahmen von Podiumsdiskussionen werden aktuelle Fragen verhandelt.
Dass das KONSE neben der Vermittlung klassischer Musik ebenso in der Gegenwart verhaftet ist, zeigt bereits die Eröffnung mit Werken der zeitgenössischen Komponisten und seinen Lehrenden Alfred Stingl und Thomas Modrej, die vom Symphonischen Orchester des KONSE zur (Ur-)Aufführung gebracht werden. Darüber hinaus treten jene, die noch in Ausbildung sind, neben ihren LehrerInnen und ihren VorgängerInnen ins Rampenlicht und präsentieren Werke unterschiedlichster Genres in diversen Besetzungen – nur gelegentlich wird dafür das Programm bekannt gegeben, in anderen Fällen darf man sich von der Auswahl der Werke überraschen lassen.
Mit seinem breiten Lehrangebot ist das KONSE nicht nur für Kärntner MusikerInnen eine reizvolle Ausbildungsstätte, sondern ist über die Grenzen der Nachbarländer hinweg hat es sich als wichtige Anlegestelle für Studierende diverser musikalischer Fachbereich entwickelt. Dem trägt das einer Musikuniversität gleichberechtigte KONSE mit der Alpen-Adria-Kooperation „Music Study Networt“ (MSN) Rechnung, durch das sich Studierende der vergleichbarer Einrichtungen in Bozen, Ljubljana, Klagenfurt, Triest und Udine durch die Anrechnung des ersten Studienabschnittes Rechnung. Mit Vertretern anderer Konservatorien des Landes wird über die Bedeutung des Standortes, finanzielle Belange und internationale Angelegenheiten verhandelt; aber auch der aktuellen Frage, wie viel Neues die Volksmusik verträgt und wie sich die Situation der abseits der sogenannten Hochkultur in den letzten Jahrzenten verändert hat, kommt zur Diskussion. All dies sind Zeichen, die hoffentlich auch für die Zukunft Offenheit und Weitblick bringen. (dw)
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