
Blickt man auf den Werdegang von Florian Kmet, verlief dieser immer schon ein wenig abseits des Konventionellen. Klassisch ausgebildet führte ihn sein Weg direkt in den Rock der etwas ausgefalleneren Spielart. Diese Eigenwilligkeit quasi zum Leitgedanken erhebend, schwang in jedem seiner darauffolgenden Projekte stets eine besondere avantgardistische Note mit. Immer in großer Distanz zu dem sonst so im Bereich des Pop Produzierten war es dem gebürtigen Tiroler Gitarristen ein Anliegen, seine ganz eigene Vorstellung dessen, was unter dem Begriff Popularmusik verstanden wird, zu realisieren.
Der von ihm entworfene Sound, den er besonders in seinem Soloprojekt detailreich weiterentwickeln konnte, ist einer, der sich nur schwer in die gängigen Kategorien fassen lässt. Das 2011 erschienene Album „Shoot me“ zeigt sich als gelungenes Beispiel dafür, wie anders, nämlich innovativ und ideenreich, man eigentlich im Kontext der Popmusik zu Werke gehen kann. Seine irgendwo zwischen Blues, Folk und elektronischen Spielereien angesiedelten und zum überwiegenden Teil zur Gänze alleine mit E-Gitarre, Stimme und Livesampler eingespielten Songs entpuppen sich als vielschichtige und zart schimmernde Klangperlen, die auch nach mehrmaligen Durchläufen nichts von ihrem Reiz einbüßen. Der weite Spannungsbogen von Florian Kmets Musik reicht von ruhigen und melancholischen Balladen über irgendwie immer etwas schräg anmutende gitarrenorientierte Popsongs bis hin zu den ganzen Raum mit Wärme ausfüllenden Klanglandschaften. Eine stilistische Vielfalt und Tiefe, die man im üblichen Massenware-Pop heute nur noch selten antrifft. (mt)
Foto Florian Kmet: www.geraldzahn.tk
Florian Kmet