Bild James Choice and the Bad Desicions
James Choice & the Bad Desicions (c) Matthias Heschl

JAMES CHOICE & THE BAD DECISIONS – „The Something In Nothing”

Den Sound des Indie-Rock einmal anders, nämlich deutlich abwechslungsreicher und somit interessanter und eigenständiger zum Erklingen zu bringen, so in etwa lässt sich das Vorhaben der Combo JAMES CHOICE & THE BAD DECISIONS wohl am treffendsten zusammenfassen. Wie das bärenstarke Debütalbum „The Something In Nothing” (Kleio Records) zeigt, hat der junge Wiener Fünfer diese Herausforderung mit Bravour gemeistert.

Das kommt also heraus, wenn sich jemand einmal selbstbewusst von allem aktuell Angesagten löst und sein ganz eigenes Ding durchzieht. James Choice & The Bad Decisions beweisen auf ihrem Erstlingswerk den Mut zur Zeitlosigkeit und fahren damit ein wirklich beachtliches Ergebnis ein. Musikalisch bewegen sich Sebastian Abermann (Gitarre, Gesang), Bernd Faszl (Gitarre), Kathrin Kolleritsch (Schlagzeug), Michael Dey (Keys, Gesang) und Georg Schober (Bass) – die fünf Köpfe hinter James Choice & The Bad Decisions – entlang des Rock alternativer Prägung, wobei sie diesen, und das ist das Schöne an der ganzen Sache, auf eine wirklich erfrischend andere Weise als sonst interpretieren. Inspiriert von den Beatles – was sich vor allem in den immer wieder wunderbar in Szene gesetzten mehrstimmigen Gesangsparts äußert – setzt der Fünfer auf ein ausgeklügeltes Songwriting, was bedeutet, dass es in den Nummern musikalisch nicht immer nach den herkömmlichen Strukturen abläuft.

Der etwas andere Indierocksound

Albumcover "The Something in Nothing"
Albumcover “The Something in Nothing”

Die in Wien ansässige Band hat fern jeder Anbiederung an das Aktuelle ihre ganz eigene Ästhetik des Rock entwickelt. Diese lässt es zu, da und dort vom vorhersehbaren Weg abzugehen, was immer wieder auch für schöne Überraschungsmomente sorgt und den Spannungsgehalt der Geschichte zusätzlich erhöht. Der von James Choice & The Bad Decisions zu Gehör gebrachte Sound besitzt auf jeden Fall viel, viel Charme und entfaltet Stimmung und auch einen ganz eigenen Vibe, der auf sehr unterhaltsame Weise und zugleich mit Tiefgang irgendwo zwischen punkiger Attitüde, melancholischer Sanftheit, ausladenden Gesten und intimen Momenten pendelt. Die Melodien und Gesangslinien nisten sich sofort in den Gehörgängen ein, sorgen für den energetischen Kick, entschleunigen wunderbar und lassen einen in höhere Sphären wegschweben.

James Choice & The Bad Decisions feiern mit „The Something In Nothing” auf jeden Fall einen mehr als starken Einstand. Das Erstlingswerk offenbart sich als ein wirklich klasse Album, das gespickt ist mit Songs, die einfach zünden, Spaß machen und zugleich zu berühren wissen – und mit Sicherheit nicht unbemerkt bleiben.

Michael Ternai

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