Ein Sound des Jazz, der sich mit viel Elan stilistisch vielfältig, melodiereich und mit eigenständiger Note präsentiert: Genau mit einem solchen fährt das Wiener Trio FULL CRIMP auf seinem Debüt „Crux“ (Sessionwork Records) auf.
Sich der Tradition verbunden fühlend und doch zu neuen musikalischen Ufern wollend, so in etwa lässt sich das Motto dieser Band wohl am besten beschreiben. Full Crimp bringen auf ihrem Erstlingswerk „Crux“ einen Klang zu Gehör, in dem musikalisch viel Unterschiedliches in sehr harmonischer und gleichzeitig ausgesprochen vielfältiger Weise zueinanderfindet. Florian Reider (Klavier) und seine beiden Kollegen Silas Isenmann (Schlagzeug) und Lukas Florian (Bass) definieren ihr musikalisches Betätigungsfeld weit, sowohl zeitlich wie auch stilistisch. Die drei experimentierfreudigen Musiker bedienen sich aus der Tradition des Jazz wie auch aus dessen Gegenwart, sie bewegen sich entlang klarer Strukturen wie sie auch das freie Spiel genüsslich pflegen, sie beherrschen den geradlinigen Groove genauso perfekt, wie sie auch ihren Hang zu komplexen Rhythmen auf mitreißende Art ausleben.
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In den Stücken des Wiener Trios passiert wahnsinnig viel. Lauscht man sich durch das Album, ist es fast so, als befände man sich auf einer rasanten und sehr abwechslungsreichen Achterbahnfahrt durch verschiedenste musikalische Stimmungen und Intensitäten. An einer Stelle wirbeln Full Crimp leidenschaftlich improvisatorisch herum, an anderer swingt die Band in leichtfüßigster und lässigster Form los, dann wieder entschleunigt sie in wunderbarer Weise und lenkt das Geschehen in stimmungsvolle ruhigere Gefilde. Das Schöne an der ganzen Geschichte ist, dass alles im stetigen Fluss bleibt und nie in allzu Verkopfte hineinkippt. Man fühlt sich eingeladen, tief in die Musik einzutauchen und sich von ihr mittreiben zu lassen.
Die junge Wiener Band zeigt auf jeden Fall schon mit ihrem Debüt, welch Qualitäten in ihr stecken. Florian Reider, Silas Isenmann und Lukas Florian bringen eine stets zugänglich bleibende Form des Jazz zum Erklingen, die einfängt und auffordert, einfach näher hinzuhören und sich mit dem Dargebotenen zu befassen. Ein wirklich schöner ersten Einstand.
Michael Ternai
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