Elektro Guzzi zu Gast im Wiener Metro Kino

Elektro Guzzi gelten als eine der großen Hoffnungen der heimischen Musikszene, haben sie doch mit ihrem im vergangenen Jahr erschienenen selbstbetitelten Debütalbum nicht nur hierzulande für Furore sorgen können. Selber betrachten sich die drei Musiker als „Techno-Tanzband”, die sich ganz dem Ziel verschrieben hat, alleine mit Gitarre, Bass und Schlagzeug ausgestattet, jede Halle in einen brodelnden Tanztempel zu verwandeln. Am 15. Februar gastiert das Dreiergespann im Rahmen der Cinema Sessions im Wiener Metro Kino. Am 18. Februar in der Linzer Stadtwerkstatt.

Dem 2010 erschienenen und von Patrick Pulsinger produzierten selbstbetitelten Debütalbum geht eine von den drei Musikern Bernhard Hammer (Gitarre), Jakob Schneidewind (Bass), und Bernhard Breuer (Schlagzeug) jahrelang betriebene intensiv Suche nach dem perfekten Sound voraus. Die Erwartungshaltung an das Erstlingswerk war auf jeden Fall enorm, schrieben die Musikexperten doch schon davon, dass es sich bei Elektro Guzzi, um das nächste  große Ding aus Österreich handeln könnte. Mit dem Erscheinen des Erstlingswerks war mit einem Schlag klar, dass diesmal die Vorschusslorbeeren tatsächlich berechtigt waren. So ganz ohne Grund wird man als österreichischer Act nämlich nicht zu international so bedeutenden Festivals wie dem Sónar in Barcelona eingeladen.

Elektro Guzzi – Ludium by mica

Was ist aber genau macht diese Band aus? Von der instrumentalen Besetzung her, lässt sich auf den ersten Blick mehr eine Rockband denn eine Combo vermuten, die sich dem Techno in Reinkultur verschrieben hat. Und das ohne jegliche Hinzunahme elektronisch vorgefertigten Klangmaterials. Die einzelnen Tracks sind durch die Bank ganz in der Tradition von Gruppen wie Kraftwerk sehr einfach gehalten. Über die ständig das Tempo vorgebenden “Minimal Beats” spinnen die drei aus dem Rock stammenden Musiker sich ständig verändernde Klanglandschaften, die alleine aus den Tönen der Instrumente generiert werden.

Was Elektro Guzzi dennoch von den vorher erwähnten deutschen Ikonen der elektronischen Musik unterscheidet, ist der breite Raum den sie sich zum Improvisieren selbst geben. Statt sich ständig am Festgeschriebenen zu orientieren und sich zu wiederholen, legen die drei studierten Bernhard Hammer, Jakob Schneidewind, und Bernhard Breuer jedes Set unterschiedlich an. Wiederholungen gibt es keine. Stilistisch setzen sich die drei Perfektionisten keinerlei Grenzen und lassen Elemente unterschiedlichster Musikrichtungen wie etwa aus dem Jazz, Dub und Rock in den Gesamtsound einfließen, was im Endeffekt dazu führt, dass trotz des monotonen Charakters der einzelnen Tracks diese ungemein vielfältig klingen.

Mit ihrem selbstbetitelten und beim deutschen Label macro Records erschienenen Debütalbum beweisen Elektro Guzzi  auf eindrucksvolle Art und Weise, welch visionäres und kreatives Arbeiten im Stilbereich des Techno immer noch möglich ist. Die Qualität, das nächste große Ding zu werden, hat die Truppe also auf jeden Fall. Bleibt zu hoffen, dass man von Elektro Guzzi auch in Zukunft noch einiges zu hören bekommen wird. (mt)

 

Elektro Guzzi