
Die 1. Kammersymphonie op. 9 für 15 Soloinstrumente von Arnold Schönberg entstand 1906 und somit lange vor den ersten zwölftönigen Werken des Schöpfers der Dodekaphonie, während Anton Webern in seinem ein Vierteljahrhundert später geschaffenen Konzert für neun Instrumente op. 24 diese Technik in strenger Form anwendet.
Sowohl Klemens Vereno (Jahrgang 1957) als auch der erst 20-jährige Jakob Gruchmann schreiben Musik, die stilistisch ganz andere Wege geht. Gemeinsam ist ihnen ein besonderes Verhältnis zu Vokalmusik ebenso wie zu Volksmusik. Ihre neuen Werke werden wenige Tage vor dem Konzert in Wien im Rahmen des Salzburger Festivals Aspekte uraufgeführt.
Der Dirigent des Abends, der Österreicher Oswald Sallaberger, lebt seit vielen Jahren in Frankreich und hat in Rouen das Musikleben geprägt. Eine CD mit Werken von Fauré und Wagner mit “seinem” Orchester aus Rouen ist soeben erschienen.
Es gibt hierzulande wohl nur wenige Ensembles, die sich in den vergangenen Jahrzehnten für die heimische Neue-Musik Szene so sehr verdient gemacht hat, wie es die reihe getan hat. Das Ensemble wurde 1958 von den beiden österreichischen Komponisten und prägenden Persönlichkeiten der Neuen Musik in Österreich Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik ins Leben gerufen. Wohl niemand konnte zum Zeitpunkt der Gründung erahnen, dass die reihe auch nach fünfzig Jahren, zwar mit regelmäßig wechselnder Besetzung, immer noch existiert.
Von Anfang an widmete sich der Klangkörper ausschließlich der neuen Gegenwartsmusik und deren aktuelle Tendenzen. Gleichzeitig erschuf das Projekt ein permanentes Forum für die heimische Avantgarde, die fortan einen Platz im österreichischen Musikleben vorfand. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Mit seiner jahrelangen Überzeugungsarbeit und mit einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen zeigt sich das Ensemble mitverantwortlich dafür, dass die Neue Musik hierzulande einen so hohen Stellenwert geniest.
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