Das Wiener Festival DE/SEMBLE geht von 8. bis 11. Oktober 2026 in die nächste Runde und bringt an verschiedenen Spielorten ein internationales Line-up zwischen modernem und freiem Jazz, avantgardistischem Hip-Hop, Improvisation und elektronischer Musik zusammen. Zu erleben sind Acts aus Katalonien, den USA, Polen, Ungarn und Österreich.
Marina Herlop (ES-CT)
hat sich als eine der markantesten und innovativsten Stimmen der internationalen Experimentalszene etabliert. Marina Herlop erweitert ihr Klanguniversum um neue Texturen, Bläserarrangements und eine komplexe musikalische Architektur, wobei sie stets das Gleichgewicht zwischen radikalem Experimentieren und emotionaler Zugänglichkeit bewahrt, das zu einem Markenzeichen ihres Schaffens geworden ist.
Marina Herlop: Vocals, Keyboards, Piano & Percussion
Toni Llull: Drums & Electronic Percussion
Clara Enrich-Genestar: Vocals & Electronic Percussion
Marta Torrella: Vocals & Keyboards
Nathan Ridley: Sound
Guillem Bonfill: Lights
NAGEEM (AT)
Ein Trio, das den Moment zum Material macht – Klang als Architektur, die im Augenblick entsteht. Jede Entscheidung entsteht aus der kollektiven Intuition, jede Geste trägt das Potenzial, den Raum zu verändern. Die Musik von NAGEEM bewegt sich zwischen freier Improvisation, Minimal Music und zeitgenössischem Jazz. Dabei treffen akustische Klänge auf subtile Elektronik, verfremdete Resonanzen von Kontrabass und Schlagzeug öffnen neue Texturen, Farben und Lichtstimmungen.
David Six: Keys
Mina Naomi: Bass
Max Plattner: Drums & Effects

DoYeon Kim (KR)
In der New York Times wurde sie für ihren Beitrag „Blazing a trail for traditional Korean Zither in Jazz“ vorgestellt: DoYeon Kim ist eine international renommierte Musikerin, die mit ihren wegweisenden Kompositionen und Performances die Gayageum, eine traditionelle koreanische Zither, in die zeitgenössische Musik überführt.
Ausgebildet in Jazz und Improvisation sowie in der klassischen koreanischen Musik – darunter Sanjo, Jeongak und moderne Gayageum-Spieltechniken – verbindet DoYeon Kim Geschichte, Literatur und ein stetig wandelndes Verständnis des menschlichen Geistes zu einer ganz eigenen musikalischen Sprache. Neben ihren eigenen Kompositionen und Soloauftritten arbeitet sie weltweit mit renommierten Künstler:innen zusammen.
Sie erhielt das Van Lier Fellowship (2023) und wurde 2018 für einen Korean Grammy Award in der Kategorie Crossover nominiert.
DoYeon Kim: Gayageum
Omid Darvish hosts … (AT/IR)
Omid Darvish lädt zu einer besonderen musikalischen Begegnung mit Rojin Sharafi, Thomas Wagensommerer und Jorge Sánchez-Chiong ein.
Zwischen iranischen Musiktraditionen, elektronischen Klängen, Improvisation und zeitgenössischer Musik treffen vier eigenständige Stimmen aufeinander. Ein Abend voller Experimentierfreude, unerwarteter Wendungen und musikalischer Grenzgänge.
Omid Darvish: Sänger, Komponist und Tanbur-Spieler, der iranische und kurdische Musiktraditionen mit Jazz, Elektronik und Metal verbindet.
Rojin Sharafi: Komponistin und Musikerin, die akustische Instrumente, Elektronik und experimentelle Klangwelten zu intensiven, vielschichtigen Kompositionen verbindet.
Thomas Wagensommerer: Elektronikkünstler und Komponist, der mit modularen Synthesizern, elektronischen Klängen und visuellen Elementen immersive Klangräume schafft.
Jorge Sánchez-Chiong: in Wien lebender Komponist, Improvisationsmusiker und Performer, dessen Arbeit zwischen zeitgenössischer Musik, Elektronik, Noise und freier Improvisation bewegt.
CLEO REED (US)
Aus dem schwarzen Underground-Sound und dessen Intentionen hervorgegangen, arbeitet Cleo Reed multidisziplinär an der Schnittstelle von partizipativer Kunst, Musikkomposition, Instrumentenbau, Bandleitung, Installation und Textilkunst. Von Pitchfork, Stereogum, That Good Sh*t und NPR Music zu einem der besten Alben des Jahres 2025 gekürt, vereint Cleo Reeds “CUNTRY” den Kanon amerikanischer Arbeitslieder – Blues, Soul, Folk und Country – mit einem rap-zentrierten Ansatz.
Cleo Reed: Guitar, Voice
Mattheq Jamal: Bass, Cello

other:M.other (AT)
other:M.other hat sich zum Ziel gesetzt, eine rhythmische, symbiotische Klangmischung zu schaffen. Akustische und elektronische Klänge verschmelzen nahtlos miteinander und lassen komplexe Netzwerke aus perkussiven Impulsen entstehen, die ihre Inspiration gleichermaßen aus der experimentellen Musik und der beatgetriebenen Clubmusik beziehen.
Arthur Fussy: Modular Synthesizer
Jul Dillier: Prepared Piano
Judith Schwarz: Extended Drumset

Juli Deák (HU/PL)
Die polnisch-ungarische Flötistin und Saxofonistin Juli Deák bewegt sich zwischen klassischer, zeitgenössischer und Jazzmusik. Mit zarten melodischen Linien, Zirkularatmung und perkussiven Klangeffekten eröffnet sie neue Perspektiven auf ihre Instrumente.
In The Breathing Project lädt Deák das Publikum in eine intime und organische Klangwelt ein, in der fragile Melodien auf kontinuierliche Atembewegungen und perkussive Effekte treffen. Im Zentrum stehen dabei die verborgenen Klänge der Flöte – Atemgeräusche, Klappenanschläge und feinste tonale Verschiebungen.
Deák lotet in ihrer Performance sowohl die eigenen körperlichen Grenzen als auch die traditionellen Möglichkeiten der Flöte aus. Die Technik der Zirkularatmung wird dabei unmittelbar und unverstellt hörbar und wird selbst zum musikalischen Material.
Juli Deák: Flute
Hermeneia (PL)
Hermeneia ist DJ und Sängerin aus Warschau und Gründerin von Radio Lola und der Veranstaltungsreihe FURDA – Plattformen, die sich der Underground-Sound-System-Kultur widmen. In ihren Sets verbindet sie Oldschool-Dancehall, Dub, zeitgenössische Halfstep-Heavy Hitters und verwaschene Illbient-Textures zu einem hybriden Sound.
Mit regelmäßigen Shows auf LYL und Noods Radio war Hermeneia außerdem bei Boiler Room, NTS, Edwin und Kiosk Radio zu hören. Mit einem Mixtape auf Acetone baut sie ihre Präsenz in der europäischen Szene kontinuierlich aus. 2023 war sie zudem als Gastsängerin auf der Compilation ALWAYS + FOREVER von do you have peace? vertreten – neben Acts wie Zaumne, HTRK, YL Hooi und Jabu.
DoYeon Kim x Lukas Lauermann (KR/AT)
Zum Abschluss des DE/SEMBLE Festivals 2026 treffen zwei außergewöhnliche Saiteninstrumentalist:innen in einem improvisierten musikalischen Dialog aufeinander: die international renommierte Gayageum-Spielerin DoYeon Kim und der vielfach ausgezeichnete Wiener Cellist Lukas Lauermann.

Lukas Lauermann
Seit beinahe 20 Jahren arbeitet Lukas Lauermann mit einigen der prägendsten Künstler:innen der österreichischen Musikszene zusammen und komponiert Musik fur Theater und Film. Man hört ihn auf Alben von Soap&Skin oder Nino aus Wien, live mit Alicia Edelweiss, im vielfach Nestroy- prämierten Theatererfolg humanistaa! und nicht zuletzt in seinem fur den Österreichischen Filmpreis nominierten Soundtrack zu Pfau – Bin ich echt?
In seinem Soloprojekt verbindet Lukas Lauermann das Cello mit Elektronik, Samplern, Tapes und Effektpedalen. Damit schafft er einen „Klangkosmos, der sich zwischen Momenten großer innerer Ruhe und intensiver Klangexperimente eröffnet“ (Ö1). Mal reduziert und intim, mal episch und weit – orchestraler, als man es von einem einzelnen Instrument erwarten wurde. Elemente aus Klassik, Minimal Music, Experimental und Pop verschmelzen zu vielschichtigen Kompositionen.
DoYeon Kim: Gayageum
Lukas Lauermann: Cello
Timetable
08.10. FLUCC
NAGEEM
Marina Herlop
09.10 Das Margareten
DoYeon Kim
Omid Darvish hosts Rojin Sharafi
Thomas Wagensommerer
Jorge Sánchez-Chiong
10.10 Kollektiv Kaorle
other:M:other
Cleo Reed
Hermeneia
11.10 Reaktor
Juli Deák
DoYeon Kim × Lukas Lauermann
Über DE/SEMBLE
DE/SEMBLE ist ein junges Wiener Festival, das Jazz in neue Richtungen denkt. Das Programm spannt den Bogen von etablierten Größen bis zu spannenden Neuentdeckungen, von modernem Jazz über Free Jazz und avantgardistischen Hip-Hop bis hin zu Improvisation und elektronischer Musik – mit dem Ziel, überholte Vorstellungen von Jazz zu hinterfragen und ein offenes, vielfältiges Festivalerlebnis zu schaffen.
Tickets: https://kupfticket.com/en/events/desemble-festival-2026
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