
Über das Stadium der Erfüllung irgendwelcher musikalischen Traditionen hat sich diese Formation hörbar längst hinweggesetzt. Lauscht man der Musik von Michaela Rabitsch und Robert Pawlik, wird schnell erkennbar, dass man mit einem Duo zu tun hat, dessen Mitglieder sich ganz offenbar zwischen den verschiedenen stilistischen Stühlen am wohlsten fühlen. Was die Trompeterin, die in diesem Projekt auch als gefühlvolle Soul-Sängerin in Erscheinung tritt, und der Gitarrist nämlich betreiben, ist der kunstvolle Versuch, Verbindungslinien zwischen den einzelnen Spielformen herzustellen, diese, wenn möglich, gemeinsam auf spannende und unkonventionelle Weise in einem facettenreichen Sound zusammenzuführen. Ausgehend vom Jazz begibt sich das Wiener Zweiergespann, das live unterstützt wird von Joe Abentung (Bass) und Dusan Novakov (Schlagzeug), in seinen Stücken auf eine musikalische Reise, die es durch die verschiedensten Klangtraditionen und –welten führt.
So lassen sich in den Kompositionen der beiden ebenso Elemente des Pop ausmachen, wie auch Anleihen aus diversen anderen weltmusikalischen Formen. Es ist ein bunter und vielschichtiger Klangmix, den sie entstehen lassen, einer, der melodiebetont, elegant und abwechslungsreich ertönt und darüber hinaus erfreulicherweise zu keinem Zeitpunkt ins allzu Kopflastige kippt. Die mit spürbarer Spielfreude dargebotenen Nummern erschließen schnell, auch weil es den Beteiligten gelingt, alles in einem steten Fluss zu halten. Es darf auch schon einmal ordentlich vor sich her grooven. Zudem zeigen sich die Trompeterin, der Gitarrist und ihre beiden Kollegen auch vereinzelten Improvisationen nicht abgeneigt, was der Musik zusätzliche Spannungsmomente verleiht.
Michaela Rabitsch und Robert Pawlik zeigen, dass es im Jazz nicht zwangsläufig immer vertrackt zu Sache gehen muss. Man hört zwar, dass die beiden mit ihren Mitmusikern schon auch mal experimentell und herausfordernder zu Werke gehen, nur spürt man dies aber nie wirklich, man nimmt auch die Vielschichtigkeit ihrer Nummern wahr, wird von dieser aber zu keinem Zeitpunkt erschlagen. Und genau dieser Balanceakt zwischen einer gewissen Komplexität auf der einen, und einer Gefälligkeit auf der anderen Seite macht auch den besonderen Reiz der Musik dieser Formation aus. (mt)
Termine:
26.04. Kammgarnsaal, Traiskirchen
30.04. Josefstädter Jazztag, Wien
14.05. OB, Kuala Lumpur (MAL)
16.04. Kuala Lumpur Int. Jazzfestival (MAL)
17.04. Kuala Lumpur Int. Jazzfestival (MAL)
23.05. ORF Radiocafe, Wien
30.05. Jazzclub, Drosendorf
Foto Michaela Rabitsch & Robert Pawlik: Sepp Gallauer