CHRISTIAN MUTHSPIEL – von Früher bis Heute

Der Musiker, Komponist und Dirigent CHRISTIAN MUTHSPIEL dokumentiert auf seinen nun erscheinenden zwei Doppel-Alben „Diary 1989-2022 Selected Recordings“ und „Homecoming” (Universal) die vielen Facetten seines musikalischen Schaffens.

Spricht man von Christian Muthspiel, so spricht man ohne Zweifel von einer der prägendsten und vielfältigst aktiven Persönlichkeiten der österreichischen Musikszene. Muthspiel ist Komponist, Dirigent, Posaunist und Pianist, dazu auch noch Maler. Er arbeitete in der Vergangenheit mit namhaften nationalen und internationalen Orchestern, wie etwa dem RSO Wien, dem Brucknerorchester Linz, dem Staatsorchester Hannover, dem Münchner Kammerorchester, der Camerata Salzburg zusammen, er erhielt Kompositionsaufträge von unter anderem der ARD, der Staatsoper Hannover, dem Wiener Musikverein, dem Siemens Arts Program und dem Klangforum Wien. Dann gründete er auch noch erfolgreiche Jazzbands und -ensembles (u.a. Yodel Group) und spielte mit unzähligen Jazzgrößen wie Steve Swallow, Matthieu Michel, Frank Tortiller, Bobby Previte und vielen anderen rund um den Globus. Auch wurde er bereits vielfach ausgezeichnet,u.a. mit dem Österreichischen und dem Niederösterreichischen Würdigungspreis für Musik, dem Hans-Koller-Preis als „Musician of the Year“ 2007.

Cover Homecoming
Cover “Homecoming”

Musikalisch lässt sich der 1962 in Judenburg geborene Christian Muthspiel seit je her nicht in eine einzelne Kategorie einordnen. Er ist ein echter Allrounder, einer, der sich in den verschiedensten musikalischen Kontexten zu bewegen weiß, im Jazz, in der Improvisation, in der Klassik, in der Kammermusik, in der Neuen Musik, in großen und kleinen Formaten, als Leader oder als Teil einer Gruppe. Und genau dieser immense musikalische Facettenreichtum, den sein Schaffen ausmacht, ist es auch, der sich auf seinen zwei Doppel-CDs und „Homecoming“ in wirklich schöner Art widerspielgelt.

Da wäre zunächst die erste Doppel-CD „Diary 1989-2022 Selected Recordings“, die man quasi als Werkschau verstehen kann. Muthspiel lässt hier sein bisheriges musikalisches Leben Revue passieren. Er wirft einen Blick zurück auf seine vielen erfolgreichen Projekte (von der Yodel Group über sein Duo mit Steve Swallow bis hin zu seinem Ernst Jandl Programm), die allesamt Bedeutung erlangt haben und ein Bild eines Musikers zeichnen, der in seiner gesamten Karriere in welcher Konstellation und welcher Funktion auch immer aufregende Akzente zu setzen wusste.

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Auf dem zweiten Doppel-Album „Homecoming“ wird mit Orjazztra Vienna sein neues Projekt vorgestellt. Gemeinsam mit einem hochkarätigen und einem mit starken Frauenanteil besetzten und von ihm geleiteten 17-köpfigen Jazzorchester verwirklicht Christian Muthspiel einen Big-Band-Sound, der stark vom traditionellen Pfad abgeht und sich in doch sehr eigene und sehr vielschichtige klingende Kompositionen übersetzt. Die Musiker*innen, die alle zumindest mit einem Solo vertreten sind, wissen die Ideen des 60-jährigen wirklich mit Leben zu erfüllen, sie verwandeln diese in ein echtes Hörerlebnis, in eines, das sich einprägt und lange nachwirkt.  

Michael Ternai

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