Bild Austrian Collective
Austrian Collective (c) Mathias Schauer

AUSTRIAN COLLECTIVE – „Nearly A Song“

Es ist der facettenreiche und unglaublich lebendig dargebrachte Jazz mit vielen Ausfransungen hin zu anderen Stilen, den die sechsköpfige Formation AUSTRIAN COLLECTIVE auf ihrem neuen Album „Nearly A Song“ (Skylark Productions) in bestechender Manier zelebriert.

Cover "Nearly A Song"
Cover “Nearly A Song”

Interessant macht dieses Projekt der Umstand, dass sich mit Manfred Weinberger (Trompete, Flügelhorn), Christian Maurer (Saxofon), Klaus Dickbauer (Saxofon, Klarinette), Robert Riegler (Bass), Wolfi Rainer (Schlagzeug) und Raphael Meinhart (Vibrafon) hier sechs Instrumentalisten mit bekanntermaßen unterschiedlichen musikalischen Backgrounds begegnen. Sie waren in der Vergangenheit zwar alle in irgendeiner Form dem Jazz verbunden, nur haben sie ihn bei jeder Gelegenheit und in jeder Formation immer anders interpretiert und zum Ausdruck gebracht. Eine solche Bandkonstellation birgt daher natürlich viel Spannungspotenzial. Die Fragen, die sich bei Austrian Collective stellen, sind: In welchem Punkt finden die Protagonisten zusammen? Was ist das Gemeinsame, das alle verbindet? Hörbar teilen sich die sechs Musiker ihren Hang zum Überschreiten stilistischer Grenzen. Die insgesamt zehn Nummern gehen als Paradebeispiele dafür durch, in welch offener, unkonventioneller und ideenreicher Form man Brücken zwischen den verschiedenen musikalischen Richtungen spannen kann.

Ein Feuerwerk des Jazz

Der mit Elementen anderer Genres angereicherte und sehr variantenreich arrangierte Jazz, der vom sechsköpfigen Kollektiv praktiziert wird, zieht die Linie kunstvoll und elegant von der Komposition zur Improvisation. Er ist erfrischend modern im Klang, beruft sich immer aber auch auf die Tradition, er bietet viel Raum für Experimentelles und Gewagtes, wirkt aber dabei in keinem Moment irgendwie sperrig oder überambitioniert, er versprüht großformatige Energie ebenso, wie er auch das Reduzierte und Edle darbietet. In den Nummern reiht sich eine mitreißende Melodie an die andere, ein famoses Solo folgt dem nächsten. Es ist ein richtiges musikalisches Feuerwerk, das da abgebrannt wird. Man spürt richtiggehend die Freude, die die sechs Musiker bei den Aufnahmen hatten. Sie legen auf „Nearly A Song“ einen Spielwitz an den Tag, der wirklich ansteckend wirkt und das zum Erklingen Gebrachte zu einem aufregenden Erlebnis werden lässt.

Es macht einfach Riesenspaß, sich durch das Album des Austrian Collective zu hören. „Nearly A Song“ ist eine Sammlung von wirklich starken Nummern, die richtig abgehen und den Jazz in einer immens lebendigen Art interpretieren. Sehr empfehlenswert.

Michael Ternai

Links:
Manfred Weinberger
Christian Maurer
Klaus Dickbauer
Robert Riegler
Wolfi Rainer
Raphael Meinhart