
Sie gelten als die Pioniere der „Neuen Volkmusik“. Wiewohl ihr gesamtes Schaffen alleine auf diesen einen Begriff zu reduzieren, wohl doch viel zu kurz gegriffen scheint, denn in Stilfragen haben die beiden Köpfe des Duos, Markus Binder (Schlagzeug, Gesang) und Hans-Peter Falkner (Akkordeon, Gesang), immer schon versucht, sich in ihrem Tun von eben genau diesen zu lösen. Ihre Musik war und ist einer der verschiedenen Klangwelten, eine, in welcher die Spielformen mit einer Selbstverständlichkeit zueinander geführt werden, wie es sonst nur selten der Fall ist. Volkmusik im Kostüm des Pop und der elektronischen Spielformen, traditionelle Akkordeonklänge im urbanen Clubkontext? Nun, vor mehr als 20 Jahren kam diese Kombination, noch dazu gepaart mit kritischen deutschsprachigen Dialekttexten, fast schon einer Art musikalischer Revolution gleich. Heute, zwei Dekaden später, hat der einst einzigartige Sound viele, viele Nachahmer gefunden.

Die nun erscheinende CD „Clubs“ offenbart sich als weit mehr, als ein gewöhnlicher Livemitschnitt eines Konzerts. Zu Gehör gebracht werden vielmehr bisher noch weitgehend unbekannte Aufnahmen (zum Teil Neubearbeitung altbekannter Nummern), die in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Damit nicht genug, ist dem Album eine DVD mit zwei Roadmovies beigelegt, die im Rahmen der 2012 über die Bühne gegangenen USA Tour von Markus Binder alleine mit einem Mobiltelefon gefilmt worden sind. Ein schönes Zeitdokument einer der wohl wichtigsten österreichischen Bands der Gegenwart. (mt)
Foto Attwenger: Robert Newald