
So begeben sich Belma Beslic-Gál und Bernhard Gál bei der “musiktheatralischen Performance für zwei Audionauten und Klavier” namens “Silap Inua” (UA 2013) mittels der Inuit-Mythologie im wahrsten Sinn des Wortes auf Wanderschaft. Bedeutet “Silap Inua” doch u. a. “Besitzer des Geistes”, “Atem des Lebens” bzw. wird als Methode der Ortsveränderung beschrieben. Ebenso werden damit wilde Luftgeister bezeichnet, die Wanderer und Reisende mit Schneestürmen in die Irre führen und eine ausgeprägte Kälteaura aufweisen. In ihrer musiktheatralischen Performance, die – nach der Komposition “flut” (2011) und den gemeinsamen Konzertprojekten „Vortex“ (2009) und „Void“ (2011) – eine weitere kompositorische Zusammenarbeit der slowenisch-bosnischen Komponistin und 
Die Amerikanische Sopranistin Elizabeth Lee widmet sich dann der “Recitation” von Georghes Aperghis, die dieser zwischen 1977 und 1978 komponiert hat. Lee wurde vor allem 2008 durch ihre Bearbeitung von James Joyces “Ulysses” im Stuttgarter KellerKlub bekannt, belegte während ihres Masterstudiums Meisterkurse bei renommierten Komponisten wie Helmut Lachenmann und Beat Furrer und wurde daraufhin zum Lucerne Festival eingeladen. Derzeit ist die freischaffende Künstlerin als Sopranistin, Übersetzerin und Essayistin u. a. für die Zürcher Hochschule der Künste und die Staatsoper Berlin tätig.
“WORT und KLANG” nennt Eva Roscher ihre Klavierimprovisation wobei sie sich auf die Suche nach Ähnlichkeiten zwischen Sprache und Musik macht: “Manchmal findet man im Namen von Personen und von Tönen die gleichen Buchstaben. Diese gegenseitige Entsprechung bietet viele Möglichkeiten für improvisatorisches Spiel”, so die Ankündigung, die auch verrät, dass “die Töne des Namen ‘Astrid’ Ausgangspunkt für ganz verschiedene Arten ihrer klanglichen Umsetzung auf dem Instrument Klavier” sein werden.

Dem Thema “Reise” widmen sich danach die Schriftstellerin Claudia Storz und der Komponist, Pianist und Dirigent sowie Direktor der Internationalen Sommerakademie für Musik Alexander Müllenbach mit dem Stück “Boote für den blinden Passagier”, in dem das Boot als “Symbol für die Lebensreise” anhand “poetischen Zeichen” erkundet und thematisiert wird. Die dazu gezeigten S/W-Illustrationen wurden dabei vom Fotografen Werner Erne aus einer großen Auswahl von Fotos ausgewählt, die von Claudia Storz von Booten aus aufgenommen wurden.
Nach der Pause steht die Tanz-Performance “why so serious?“ von Katharina Arnold, Lisa Bunderla und Elisabeth Hillinger auf dem Programm, die sich auf Peter Brooks “Der leere Raum” von 1983 bezieht.

Um die Schaffung “einer intimen Atmosphäre kleiner Klänge” geht es schließlich bei “A story of a string” von Agustin Castilla-Avila, vorgetragen von Diego Alonso (Klavier) und Peter Sigl (Cello), der dazu meint: “Mein Lieblingsmoment in der Musikgeschichte ist die Entdeckung der musikalischen Qualität der Bogensaite durch die Jäger in der Steinzeit (auch wenn sie nicht sofort verstanden haben, dass die Magie der Musik schon da war).”
Dementsprechend kann das Cello hier auch schon mal durch “Präparationen” behandelt und durch eine “Parasiten-Saite” erweitert werden.
Den krönenden Abschluss bildet schließlich der 1990 in Salzburg gegründete und 35 Mitglieder strakte Belcanto Chor unter der Leitung von Gertraud Steinkogler-Wurzinger. Das Repertoire des auch für seine halbszenischen Aufführungen in so genannten “off spaces” (Stiegen, Treppenhäusern) bekannten Chors reicht dabei vom Gregorianischen Choral bis hin zu Kompositionen des 21. Jahrhunderts. Beim “Atelier Konzert” 2013 werden sie die 1984 entstandene Komposition “Gebet der Vereinten Nationen” von Franz Richter-Herf aufführen. (dn)
Atelierkonzert für Neue Musik
Sam, 23.02.2013
Einlass ab 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Freier Eintritt mit Zählnummer, Voranmeldungen erbeten unter +43 664/ 434 421 48 bzw. mail@astrid-rieder.com