Bild All Faces Down
All Faces Down (c) Alex Huber

ALL FACES DOWN – „Forevermore“

ALL FACES DOWN melden sich zurück. Und wie. Das nun erscheinende neue „Forevermore“ zeigt die Wiener Post-Hardcore Band in exzellenter Form. In einer, die man vielleicht erhoffen, aber nicht erwarten konnte.

Vor gar nicht allzu langer Zeit ist es um All Faces Down noch nicht so wirklich gut gestanden. Just in dem Moment, in dem man eigentlich bereit war, den nächsten erfolgreichen Karriereschritt zu setzen, verabschiedeten sich mit Sänger Georg Messner und seinem Bruder, dem Gitarristen Roman Messner, zwei der Gründungsmitglieder der seit 2010 aktiven Band. Ein schwerer Schlag, der auch den Fortbestand von All Faces Down zunächst gefährdete.

Doch die Geschichte nahm erfreulicherweise eine positive Wendung. Die verbliebenen Mitglieder Alvin Ehrnberger, Florian Rauscher und Christopher Stummer steckten die Köpfe nicht in den Sand und formierten die Band neu. Sie holten sich Lukas Mantsch und Corey Ljubi an Bord und begannen zügig mit den Arbeiten an einem neuen Album. Dieses erscheint nun im November. Die einzigen Fragen,  die sich nun stellen, sind, wie haben All Faces Down den kreativen Aderlass verkraftet? Weiß die Band auch weiterhin musikalisch voll zu überzeugen? Schon die ersten Töne und Takte auf „Forevermore“ geben die eindeutige Antwort: Ja. Die Wiener haben zu alter Stärke zurückgefunden. Und das auf eine unglaublich mächtige Art.

Musikalische Raffinesse trifft auf klangliche Härte

Die aggressiven Shouts, die cleanen Vocals, die tonnenschweren Riffgewitter, das unentwegt kräftig nach vorne treibende Doublebass unterstützte Drumming, die richtig feinen Gitarrenleads, die immer wieder kehrenden und die Spannung steigernden Wechsel zwischen den verschiedenen Heftigkeitslevels, die großen Mitsingrefrains: Das, was Lukas Mantsch (Gesang), Alvin Ehrnberger (Gitarre, Gesang), Corey Ljubi (Gitarre), Florian Rauscher (Bass) und Christopher Stummer (Schlagzeug) musikalisch auf den Weg bringen, geht als die perfekte Balance zwischen Härte und Melodie, zwischen einem brachialen Breitband-Nu-Metal-Post-Hardcore-Sound und einem gewissen Pop-Appeal durch.

Cover Forevermore
Cover “Forevermore”

Bei All Faces Down sind hörbar fünf Jungs am Werken, die ganz genau wissen, wie sie ihre Nummern gestalten müssen, damit diese den Funken letztlich auch wirklich überspringen lassen. Instrumental beschlagen und mit einem dem Händchen für spannendes Songwriting, ziehen die fünf Wiener eine relativ klare musikalische Linie, eine, die mehr auf die pure Energie setzt, denn auf eine allzu große experimentelle Verspieltheit. Aber eine solche geht auch gar nicht wirklich ab, denn der Truppe gelingt es mit ihrem Ideenreichtum und ausgeprägten Spielwitz ausgezeichnet, ein wirklich Mehr an Abwechslung in die ganze Sache hineinzubringen. Jeder einzelne Song erzählt seine eigene Geschichte und setzt seinen eigenen Akzent, mal passiert dies auf richtig brachiale und straight-forward Weise, dann wieder auf eher zurückhaltende und melancholische.

„Forevermore“ ist ein Album geworden, das einen wirklich in den Hintern tritt und einlädt, sich für einige Momente so richtig auszutoben. All Faces Down zeigen, was sie drauf haben; die Band zeigt, dass musikalische Raffinesse und klangliche Härte nicht unbedingt im Gegensatz zueinander stehen müssen, sondern sehr exzellent zusammenfunktionieren können. Eine wirklich beeindruckende musikalische Wiederkehr.

Michael Ternai

All Faces Down live
03.11. ((szene)), Wien (A)
04.11. Club Max, Bressanone (IT)
05.11. Gei, Timelkam (A)
11.11. Der Hirsch, Nürnberg (D)    
12.11. Porubsky-Halle, Leoben (A)
18.11. Kufa, Kufstein (A)
19.11. Flösserplatz, Aarau (CH) 

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