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AKTUELLE VERÖFFENTLICHUNGEN AUS POP/ROCK/ELEKTRONIK (04/2021)

Die neuesten Single-Releases aus dem österreichischen Pop-, Rock- und Elektronik-Sektor hat ITTA FRANCESCA IVELLIO-VELLIN für euch zusammengefasst.

Desert May Bloom – „9Lives“
(Desert Mushroom Records, VÖ: 30.04.2021)

Der Song zum Frühlingserwachen kommt dieses Jahr von Desert May Bloom: Aus der Perspektive einer Katze erzählt „9 Lives“ vom gemütlichen Flanieren auf Dächern, das im Gegensatz zur Hektik der Menschenwelt steht. Denn die Menschen gieren nach Reichtum und Macht, während die Katze nicht einmal eine Krone braucht um Königin der Welt zu sein. Die großartige Line „I purr them haters away“ und die groovigen Gitarrentöne gegen Ende beweisen eindeutig: funkiger Cat-Content geht immer, auch noch im Jahr 2021.

Desert May Bloom (Facebook)


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MELA – „Violet Bloom“
(Kleio Records, VÖ: 16.04.2021)

Das erste, das bei „Violet Bloom“, der neuen Single des Wiener Duos MELA, ins Ohr springt, ist der unaufhörliche Beat, der dem Song zugrunde liegt und ihn unermüdlich nach vorne treibt. Statt des üblichen Falsettos haben sich Simon Bauer und Marius Grimminger für die Bruststimme entschieden, die den melancholischen Text harmonisch transportiert. Jener schwankt zwischen enttäuschter, verlorener Liebe und dem Wunsch, alle Erinnerungen einzufangen, um sie auf keinen Fall zu vergessen. Produziert wurde der Song von Dominik Pandelidis, der ebenfalls für das berührende Musikvideo verantwortlich ist.

MELA (Facebook)


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Spitting Ibex – „Shake Us Up“
(Spitting Records, VÖ: 02.04.2021)

Ungewöhnlich smooth präsentieren sich Spitting Ibex auf ihrer neuesten Single „Shake us up“. Nach ihrem gefeierten Album „Love Hate Fear Fate“ und einigen großartigen Live-Auftritten – allen voran das Album-Releasekonzert im Porgy & Bess – dürfen sich Fans nun an dem neuen Stück erfreuen. Sängerin Tanja Peinsipp aka Aunty versteht es wie kaum eine andere, dem Songtext mit ihrer Stimme Nachdruck zu verleihen. „Shake us up“ fleht nach einer Flucht aus einer festgesetzten, stagnierenden Beziehung, die weder vor- noch rückwärts kommt. Das abrupte Ende des Songs überrascht und befreit zugleich – auch noch beim zweiten Hören. Beim dritten und vierten Hören auch…

Spitting Ibex


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Stiller – „Santiago“
(Problembär Records, VÖ: 09.04.2021)

Schon der Name der Debütsingle von Stiller klingt nach Sehnsucht und Wanderlust – mit einem Hauch von Melancholie. „Santiago“ ist in diesem Sinne nicht nur Santiago – viel mehr steht es für einen Ort, an den man aus dem Alltag entfliehen kann, einen Ort, der einem „guat tuat“, wie Klaus Meissnitzer aka Stiller singt. Der Steirer, bereits bestens bekannt durch die Band Amanda, behält den steirischen Dialekt auch bei seinem Solo-Projekt bei und thematisiert auf seinem Debüt den schmalen Grad zwischen Fern- und Heimweh, zwischen flüchten und zurückkehren, zwischen Selbstfindung und sich Verlieren.

Stiller (Facebook)


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Don’t Go – „Deep“
(Seayou Records, VÖ: 09.04.2021)

Wenn Nina Jukić und Alexander Forstner gemeinsam Musik machen, nennen sie sich Don’t Go und klingen großartig. Genau das richtige Maß an Melancholie trifft hier auf Synth-Sounds und Ninas epische Stimme. „Deep“ bietet spannende Kontraste, vor allem zwischen den sanften Grooves und den harten Lyrics. Denn dieser Song kritisiert die Vorbilder und Idole, die sich allesamt als Enttäuschungen herausgestellt haben. „Whom should I look up to?“, fragt „Deep“ fast verzweifelt. Eine Antwort bietet der Song zwar nicht – dafür kommt am 30. April 2021 das Album heraus, das von Sophie Lindinger produziert wurde. Vielleicht bietet dieses ja die Antwort auf all unsere Fragen…?

Don`t Go (Facebook)


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OLGA – „Better times“

(Las Vegas Records, VÖ: 16.04.2021)

OLGA ist erst 16 Jahre jung, schreibt aber schon Songs seit sie 11 ist. Ihre erste Veröffentlichung heißt „Better times“ und klingt ausgesprochen vielversprechend. In diesem Lied drückt die Linzerin ihre Emotionen aus, die während der vielen Lockdowns an die Oberfläche kamen. Das Resultat ist ein Stück, das trotz der eher melancholischen Melodie und Stimme ein wenig Optimismus vermitteln kann. Vielleicht nicht unbedingt im Sinne von Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und der Lockdowns, sondern eher durch die Gewissheit, dass man sich zwar zeitweise einsam fühlt, aber zumindest damit nicht alleine ist.

OLGA (Facebook)


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Peter The Human Boy & Joe Traxler –„Waiting For A Sign”
(Human Music, VÖ: 23.04.2021)

Ein Track, der zum Tagträumen anregt, kommt dieses Monat von Peter The Human Boy und Joe Traxler. Die beiden Singer-Songwriter bringen gegenseitig in diesem Song ihre besten Seiten zum Vorschein. Thematisiert wird in „Waiting For A Sign“ das endlose Warten auf ein Zeichen, das vermutlich nicht kommen wird. Statt dass der nächste Schritt gewagt wird, etwas riskiert wird und der Horizont erweitert wird, sucht man lieber die Sicherheit in einem Hinweis, der von Universum kommen und signalisiert soll, dass man bereit für etwas Neues ist. Meistens lässt sich das Universum da aber viel Zeit. Oder vielleicht ist „Waiting For A Sign“ das Zeichen, auf das viele gewartet haben…?

Peter The Human Boy (Facebook)

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