Agnes Milewski – Almost Spring

Nach einer etwas längeren Auszeit meldet sich die polnischstämmige und in Wien lebende Liedermacherin Agnes Milewski nun mit einem neuen Album zurück. „Almost Spring“ (Mokshamusic), so der Titel ihrer inzwischen dritten Veröffentlichung, zeigt die Sängerin und Pianistin musikalisch deutlich gereift. Seit dem Erscheinen ihres bislang letzten Outputs „Learn to swim“ sind immerhin inzwischen fast vier Jahre vergangen, ein Zeitraum, in dem natürlich viel passiert. Man sammelt neue Erfahrungen und durchlebt schöne und weniger schöne Momente. Agnes Milewski hat viel zu mitzuteilen und tut dies in musikalischer Form auch auf eine sehr eindringliche und gefühlvolle Art. Obwohl spärlich instrumentiert zeigen sich die neuen Songs dann doch sehr vielschichtig, was natürlich auch auf die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Liedermacherin zurückzuführen ist, mit ganz wenigen Mitteln die größtmögliche klangliche Vielfalt zu erreichen.

Inspiriert von Franz Schuberts „Winterreise“ begibt sich die im Jahr 1983 geborene Agnes Milewski in ihren neuen Songs ebenfalls auf eine Klangreise, auf eine, die sie tief in die Welt des gefühlvollen und anspruchsvollen Pop mit Tiefgang führt. Auf „Almost Spring“ zeigt sich die Singer-Songwriterin mehr als noch zuvor von einer sehr zerbrechlichen zugleich aber auch Hoffnung ausstrahlenden Seite. Die schweren Zeiten hat sie hinter sich gebracht, nun heißt es sich auf zu neuen zu Ufern zu machen, was die gebürtige Polin auch tut.

Agnes Milewskis stilistisch irgendwo zwischen Folk, Pop und leichten Jazzanleihen angesiedelte Lieder, die nach eigenen Angaben „zum einen an musikalischen Winterabenden in Wien und zum anderen in einem 200 Jahre alten von der Außenwelt abgeschnittenen Cottage an der Nordwestküste Irlands entstanden sind“, kommen auf leisen Sohlen daher, sie punkten nicht mit großen pathetischen Gesten, sondern, ganz im Gegenteil, mit einer edlen und eleganten Zurückhaltung. Unterstützt von dem irischen Gitarristen irischen Gitarristen Eddie McLachlan, dem Wiener Beatbox-Querflötisten Walter Till und Schlagwerker Bernd Bechtloff entwirft sie sich eine sehr stimmungsvolle Klangsprache, die trotz ihrer wenigen Ingredienzen dann doch überaus  abwechslungsreich aus den Boxen schallt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Agnes Milewski mit „Almost Spring“ ein wirklich starkes Comeback-Album gelungen ist. Eines, das einfach auffordert, sich mit diesem intensiver auseinanderzusetzen. Eine Qualität, die man im gewöhnlichen Popbereich leider viel zu oft vermisst. (mt)

Foto Agnes Milewski © Christoph M. Bieber

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