Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Marisa Carvalho de Matos und Michael Ternai. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.
ERNST – „5 Grad“ (Feber Wolle Records // VÖ: 20.03.´26)
Mit „5 Grad“ zeichnen ERNST ein ungeschöntes Bild einer Beziehung im Dauerzustand: Abnutzung, Reibung, Vertrautheit – und eine eigentümliche Form von Zusammenhalt, die sich gerade aus den Rissen speist. Der Song verzichtet auf Pathos und setzt stattdessen auf präzise Beobachtung und klug gesetzte Zwischentöne. Musikalisch überzeugt die Nummer mit einem fließenden Einstieg, der sich über einen spannungsvoll verdichteten Mittelteil zu einem kraftvollen Finale auflädt. Eingängiger Refrain, subtile New-Wave-Anleihen und ein Gespür für Dynamik machen „5 Jahre“ zu einem ebenso zugänglichen wie vielschichtigen Indie-Track.
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Brini – „Soft Love“ (BRINIDAD MUSIC// VÖ: 20.03.´26)
„You know my mind before even I do“ singt Brini in ihrem neuen Song „Soft Love“. Das Lied verkörpert das Gefühl, wenn man endlich einem Menschen begegnet, der einen so liebt wie man ist und keine Spielchen spielt. Es geht um eine Beziehung in der man wohltuende Nähe genießen kann und merkt, dass die andere Person auf der gleichen Wellenlänge ist. Die Single bewegt sich musikalisch zwischen R&B und Pop. „Die einzige Form von Beziehung, die ich heute noch zulasse ist Soft Love.“ sagt Brini und vermutlich werden da viele Menschen ihrer Meinung sein, nachdem sie sich ihren neuen Song angehört haben.
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Echolight – „Invisible“ (All That Records // VÖ: 20.03.´26)
Die neue Single „Invisible“ von Echolight thematisiert das Unsichtbarmachen von weiblicher Wut. FLINTA* Personen wird das Gefühl häufig abgesprochen. Lisa Rodlbauer, die Frontsängerin der Band, singt dazu: „She’s got me covered – she takes good care of me – Yet we’ve been told – Don’t let anybody see“. Der Song erinnert durch raue E-Gitarrenklänge und blechernen Schlagzeug-Sound, an 2000er Indie-Rock. Das dazugehörige Musikvideo, welches in Zusammenarbeit mit Teilnehmerinnen des Girls Film Camp* entstand, unterstreicht den rohen Touch und die Entwicklung vom Unsichtbarsein zum Moment, wo man schließlich ins Licht tritt.
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EFEU – „Wohin“ (Assim Records // VÖ: 20.03.´26)
„Wohin“, die neue Single von der Wiener Indie-Band EFEU ist perfekt für einen Roadtrip ohne Ziel, denn „keiner von uns weiß wohin“. Die Gruppe erzählt von dieser einen Person, die das eigene Herz zum Flattern bringt und kombiniert dieses Thema mit energiegeladenem Gitarrensound. EFEU verbindet die eigene Gesangsstimme mit treibenden Schlagzeug und einem harmonierenden Hintergrund-“Chor“. „Wohin“ ist ein poetischer Song, der motiviert einfach mal wieder mit seiner Freundesgruppe, planlos weiter weg zu fahren.
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Low Life Rich Kids – „Auf 110“ (Las Vegas Records // VÖ: 20.03.´26)
In ihrer neuen Single „Auf 110“ rechnen Low Life Rich Kids mit der Dauer-Freundlichkeit ab. Die Botschaft ist klar: Wer einen schlechten Tag hat, soll ihn auch zeigen dürfen. Wien hat seinen Titel als unfreundlichste Stadt der Welt (2025) verloren. Die Band stellt sich die Frage: Sind die Menschen wirklich herzlicher geworden oder verstecken wir uns nur hinter einer Maske aus einem aufgesetztem Lächeln? Mit ihrem markanten Sound und gewohnt ironisch-poetischen Lyrics fordern die Low Life Rich Kids mehr Raum für „unterdrückte Gefühle“, denn wer alles herunterschluckt, riskiert die eigene psychische Gesundheit. Ihr neues Motto lautet daher: „A little bit of Grant a day keeps the doctor away.“
Low Life Rich Kids (Instagram)
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Mira Taylor – „Little Me“ (PARRAMATTA // VÖ: 20.03.´26)
“I think outloud i hope my little me is proud”. In ihrem neuen Indie-Pop-Track „Little Me“ nimmt uns Mira Taylor mit auf eine berührende Reise zurück zu ihrem eigenen Kindheits-Ich. Mit ihrer sanften Stimme und intimen Vocoder-Klängen schafft sie eine Atmosphäre, die sich wie ein vertrautes Telefonat mit der eigenen Vergangenheit anfühlt. Der Song feiert den Schritt, die eigene Stimme zu finden, und hüllt die Ängste des Erwachsenwerdens in eine musikalische Decke. Man spürt in jeder Zeile die liebevolle Verbindung, die Mira zu ihrem „Little Me“ hält und lädt uns ein, dasselbe zu tun.
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Siamese Elephants – „sad on the radio“ (Millshake Records // VÖ: 20.03.`26)
Mit „sad song on the radio“ legen Siamese Elephants eine klar strukturierte Indie-Pop-Nummer vor, die thematisch an jugendliche Nächte zwischen Zufall und Erinnerung anknüpft. Der Song beschreibt Momente des Unterwegsseins, in denen Musik unvermittelt Bedeutung gewinnt, ohne diese jedoch zu überhöhen. Klanglich setzt die Band auf einen tanzbaren Beat, zurückhaltende Synthesizerflächen und pointierte Gitarrenarbeit mit Anleihen aus Funk und Disco. Die Vocals bleiben bewusst unaufgeregt und fügen sich in das ausgewogene Gesamtbild ein. Als Vorbote der EP „white flag“ präsentiert sich der Track stilistisch geschlossen und produktionstechnisch auf den Punkt.
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Cosmus – „Anders“ (RecordJet // VÖ: 20.03.´26)
Die neue Single „Anders“ von Cosmus geht einem wirklich ans Herz. Er singt von diesem Gefühl, wenn man sich irgendwie nie dazugehörig fühlt. Wer entscheidet überhaupt, was normal ist? Und wie kann man so sein, wie man wirklich ist, wenn man in ein Korsett aus Erwartungen gequetscht wird und eigentlich nur atmen will? Cosmus’ himmlischer Gesang wird von atmosphärischen Gitarrenklängen getragen und hallt nach, als würde die eigene innere Stimme mit einem reden. „Anders“ ist ein Song, der jede Person, die sich schon einmal fehl am Platz gefühlt hat, musikalisch in den Arm nimmt.
