DORIAN CONCEPT – „Joined Ends“

Lange und mit großer Spannung wurde das zweite Album jenes Mannes, der als eine der heißesten Aktien der österreichischen Musikszene gehandelt wird. Oliver Johnsen alias DORIAN CONCEPT genießt längst internationale Reputation und bespielt die angesagten Clubs und Festivals weltweit. Warum? Sein musikalischer Stil und sein Schaffen sind schlicht einzigartig und besonders. Das zeigt sich auch auf seinem neuen Werk „Joined Ends“ (Ninja Tune/Hoanzl) in eindrucksvollster Manier.

Sein unverkennbarer Stil, seine filigrane und ungemein detailreiche Soundarbeit, die musikalischen Wege, die er in seinen Tracks vorzeichnet – irgendwie bildet sich aus der Zusammenfassung all dessen etwas ganz Eigenes und Spezielles heraus. Ja, es ist schon elektronische Club-Musik, die Dorian Concept da kreiert, aber genauso ist es etwas seltsam anmutend Jazziges  und auch tanzbar Poppiges. Es kommt mehr auf die Richtung an, aus der man sich der Sache nähert. Eindeutig lässt sich die musikalische Sprache des 30-jährigen Wieners nicht wirklich klassifizieren.

Dorian Concept ist die Messlatte

Vielmehr als seine vielschichtigen Stücke schnell auf den Punkt zu bringen und auf simple Club-Effekthascherei zu setzen, arbeitet Dorian Concept diese über weite, sich steigernde und wieder abflachende Spannungsbögen bis zu ihren absoluten Höhepunkten aus. Wunderbar wie er mit seinen Synthesizern, Effektgeräten, hunderten Knöpfen, Reglern und selbst eingespielten Samples fließende Übergänge schafft, Melodiefragmente und Harmonien zur Geltung bringt, vom Großen ins Kleine wechselt und umgekehrt. Es sind ereignisreiche und in einen warmen Klang gehüllte musikalische Geschichten, die der Soundtüftler und Multiinstrumentalist erzählt, mal träumerisch, sanft und zurückhaltend, dann wieder minimalistisch vertrackt experimentell oder im großen Stile mit weiten ausladenen Soundflächen und Ähnlichem.

Lauscht man sich durch seine Tracks, ist es fast so, als würde man in sie hineingezogen werden, sie entwickeln ein wohlige, fast schon hypnotische Wirkung, die einen erst loslässt, sobald der letzte Ton erklungen ist. Der Wiener zeigt mit „Joined Ends“, warum er dort steht, wo er steht, warum gerade er es ist, über den geredet wird. Kurz: Dorian Concept liefert ein faszinierendes und fesselndes Meisterstück ab, eines, an dem man sich wird messen müssen.

Michael Ternai

Termine:
26.10. Uber Jazz, Hamburg, DE
06.11. Le Bleury, Montreal, CA
08.11. Villain, New York, US
15.11. KOKO, London, UK
19.11. Folies Bergere, Paris, FR
20.11. Kaserne, Basel DE
29.11. Union Chapel, London, UK

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