
Unzählige Male wurde es bereits für tot erklärt. Richtig ernst genommen wurde es lange Zeit so und so nur von Wenigen. Dennoch existiert es immer noch – das Wienerlied. Wohl kaum eine andere Kunstform spiegelt die Wiener Seele besser wider. Wohl in keinem anderen Genre wird das Raunzen so sehr kultiviert, wie es eben hier der Fall ist. Das Wienerlied lebt, und wie. Fast scheint es, so als erlebe die gesamte Szene im Moment eine Art Renaissance, als hätte sie den Weg aus den Heurigen der Vorstadt in die Konzerthäuser gefunden. Heute zeigen sich die Protagonisten der Wienermusik zudem überaus offen gegenüber anderen stilistischen Einflüssen. So erweitern sie die traditionelle Spielform um Klänge aus dem Jazz, Pop und der Neuen Musik.
Mitverantwortlich für diesen Trend sind auch die zahlreichen Veranstaltungsreihen, welche die ursprüngliche Wienermusik der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Betrachtet man die hohen Besucherzahlen der vergangenen Jahre, ist deutlich zu erkennen, dass das Wienerlied nach wie vor viele Leute zu begeistern weiß. Daran wird sich wohl auch heuer nicht viel ändern. Dafür sorgen alleine schon die zahlreichen Größen der heimischen Wienerliedszene, die sich nicht zwei Mal bitten lassen müssen, ein Konzert im Rahmen von Wien im Rosenstolz zu spielen.
So werden heuer unter anderem Solisten und Ensembles wie etwa die 5/8erl in Ehr`n, Hotel Palindrone, Aufstrich, Aasgeier, Florian Tanzlgeiga oder das Vocalensemble LALÁ sich auf der Bühne des Café „Schmid Hansl“ die Ehre geben. Was die BesucherInnen in den kommenden Wochen erwarten können, ist eine musikalische Reise, die von der traditionellen Schrammelmusik bis hin zu neuen, modernen und stilübergreifenden Interpretationen dieser führt.
Bei einem solch außergewöhnlichen und facettenreichen Programm bleibt einzig die Erkenntnis, dass die heimische Szene eine sehr lebendige ist, und dass das Wienerlied auch die kommenden Jahrzehnte problemlos überleben wird.(mt)
Foto: Julia Wesely | Motiv: Laura Wösch
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