
Einige Jahre fast schon unbemerkt von der Öffentlichkeit erlebte die originale Wiener Musik besonders in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Alleine die hohen BesucherInnenzahlen bei den diversen Konzerten in und außerhalb der Stadt belegen, dass diese erfreulicherweise wieder einen hohen Stellenwert genießt. Schön ist vor allem auch, dass immer mehr junge Leute sich für diese zu begeistern wissen. Das Wienerlied ist „in“, weil es eben auch so facettenreich und vielfältig ist und sich nicht mehr nur alleine auf die Schrammelmusik zu reduzieren lässt. Genau diesem Umstand trägt auch das wean hean Rechnung. Im Rahmen dieses Festival soll dargestellt werden, welche verschiedene Ausformungen die Musik aus Wien haben kann, welche Stile sie inzwischen einverleibt hat, ohne aber, und das ist das besondere an ihr, ihre Originalität zu verlieren. Als HörerIn weiß man ganz genau, wenn etwas aus Wien kommt und wann nicht.
Das diesjährige Programm wartet wie schon in der Vergangenheit mit einigen echten musikalischen Leckerbissen auf. Neben dem bereits eingangs erwähnten Eröffnungskonzert, in dessen Rahmen sich einige der führenden Protagonisten der Szene versammeln, darf man sich schon auch gleich den Termin des zweiten Konzerts ganz dick im Kalender anstreichen. Im Rahmen der Ausstellung „Franz is here! Franz Ferdinands Reise um die Erde“ bringt wean hean in Kooperation mit dem Weltmuseum Wien am 28. April die musikalischen Vorlieben des 1914 ermordeten Thronfolgers zum Erklingen. Es spielen: Die Neuen Wiener Concert Schrammeln, Stippich & Stippich und Soyka & Stirner.

Am 3. und 4. Mai lässt wean hean 20 Jahre Wiener Volksliedwerk im Bockkeller mit einem Auftragswerk an das Kabinetttheater hochleben. Unter der Regie von Thomas Reichert wird unter dem Titel „Versammlung unter Engeln“ eine ganz besondere Geschichte über das Haus, seine über 100-jährige Tradition und sein vergangenes wie gegenwärtiges Eigenleben erzählt. Die Musik für das Puppenspiel kommt vom Ensemble Zum fidelen Bock, das sind Anna Clare Hauf, Markus Kraler und Nikolai Tunkowitsch.
Für einen guten Zweck wird am 7. Mai im Rathauskeller aufgespielt. Zugunsten der Wiener Tafel geben Agnes Palmisano, Roland Sulzer, Daniel Fuchsberger, Walter & Tommy Hojsa sowie die Schrammelknödeln ihre ganz eigenen Wienerliedinterpretationen zum Besten.

Ganz im Zeichen von Fritz Rotter steht am 12. Mai der Musikabend im Wiener Konzerthaus. Dem österreichische Komponist und Autor, dem so legendäre Schlager wie „Veronika, der Lenz ist da“ und „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ zu verdanken sind, widmen sich unter der künstlerischen Leitung von Bela Koreny Ursula Strauss, Wolf Bachofner und Katharina Straßer. Am 15. Mai wirft wean hean im Festsaal des Rathauses dann einen Blick zurück in die dunklen Zeiten vor hundert Jahren. Gemeinsam mit Hannes Löschel, Wolfgang Vincenz Wizlsperger, Theresa Eipeldauer und Thomas Berghammer leuchten die beiden Historiker Christoph Lind und Georg Traska Aspekte der Wiener Musik im Ersten Krieg aus.
Seinen würdigen Ausklang findet das Festival schließlich am 17. Mai im Schutzhaus Ameisbach mit einem Konzertabend von und mit dem bayerischen Volksschauspieler Harald Helfrich, den Musikanten der Salonmusik Karl Edelmann sowie dem Duo Stippich & Stippich, die sich gemeinsam in musikalischer Form Ödön von Horváths den legendären Bühnenstücken „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und „Kasimir und Karoline“ annähern werden.
Sujet und Fotos © Lena Appl
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