Walter Kobéra (Neue Oper Wien) präsentiert Saison 2011

Der Neue Oper Wien-Intendant Walter Kobéra zeigt sich sehr  zufrieden. Sowohl mit der vergangenen Saison, die aus künstlerischer und finanzieller Sicht höchst erfolgreich verlaufen ist, wie auch mit den musikalischen Schwerpunkten, welche er dem Publikum 2011 zu präsentieren in der Lage ist. Mit Leonard Bernsteins „Mass“ (mit Sopranistin Rebecca Nelsen), José María Sánchez Verdús „Gramma“ und Friedrich Cerhas „Baal“ stehen drei ganz spezielle und bedeutende Musiktheaterwerke auf dem Programm, die wohl erneut viele BesucherInnen begeistern werden können.

Die Neue Oper Wien gibt es seit 1990, sie hat sich vor allem auf modernes Musiktheater spezialisiert, wobei ausschließlich Werke des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem Spielplan stehen. Die Erfolge der vergangenen Jahre, insbesondere jener des letzten (84% – 99% Auslastung, im Schnitt 25 % Eigendeckungsgrad) zeigen, dass der seit 1991 der Neuen Oper Wien vorstehende Dirigent Walter Kobéra mit seiner Strategie, innovatives, vielleicht manchmal auch streitbares Musiktheater in das Programm mit aufzunehmen, bisher mehr als gut gefahren ist. Der hohe Publikumszuspruch beweist eindrucksvoll, dass die „moderne“ Oper und neue Interpretationen von bedeutenden Werken durchaus den Nerv der Zeit treffen und sowohl im In- wie auch im Ausland großes Interesse erwecken. Auch in der kommenden Saison 2011 bleibt der Leiter der Neuen Oper Wien seiner bisherigen Philosophie – möglichst viele österreichische KomponistInnen zu bringen, Werke aufzuführen, die in den vergangenen Jahren eher in den Hintergrund gerückt sind und den Musikliebhabern eine große Zahl von Erstaufführungen anzubieten – treu.

Zentrales Thema 2011 ist die Auseinandersetzung mit den Ritualen und Konventionen, denen der Mensch sein ganzes Leben unterworfen ist. Wiewohl diese als Orientierungslinie dienen, birgt ein Wegfall dieser oftmals die Gefahr einer Sinnkrise, welche im schlimmsten Fall Perspektivenlosigkeit mit sich zieht. In diesem Sinne ist auch die Auswahl der in der kommenden Saison zentralen Musiktheaterwerke zu verstehen. Mit Leonard Bernsteins „Mass“ (Premiere 17. April 2011, Semperdepot), José María Sánchez Verdús „Gramma“ (Premiere 6. September 2011, Semperdepot) und Friedrich Cerhas „Baal“ (Premiere 29. September 2011, Expedithalle) stehen drei Musiktheaterproduktionen auf dem Programm, die sich inhaltlich genau mit diesem Thema auseinandersetzen. Alle drei Werke werden vom amadeus-ensemble Wien gespielt.

Insbesondere dem Werk „Baal“ (Regie Leo Krischke) von Friedrich Cerha dürfen Musikliebhaber mit Spannung  entgegenblicken, handelt es sich hierbei doch um das einzige Musiktheaterstück des österreichischen Komponisten, welches anlässlich dessen 85 Geburtstags in diesem Jahr, nach Walter Kobéra, zur Aufführung gebracht wird. (mt)

Foto Walter Kobéra: Lena Kern

http://www.neueoperwien.at/