
Die Neue Oper Wien gibt es seit 1990, sie hat sich vor allem auf modernes Musiktheater spezialisiert, wobei ausschließlich Werke des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem Spielplan stehen. Die Erfolge der vergangenen Jahre, insbesondere jener des letzten (84% – 99% Auslastung, im Schnitt 25 % Eigendeckungsgrad) zeigen, dass der seit 1991 der Neuen Oper Wien vorstehende Dirigent Walter Kobéra mit seiner Strategie, innovatives, vielleicht manchmal auch streitbares Musiktheater in das Programm mit aufzunehmen, bisher mehr als gut gefahren ist. Der hohe Publikumszuspruch beweist eindrucksvoll, dass die „moderne“ Oper und neue Interpretationen von bedeutenden Werken durchaus den Nerv der Zeit treffen und sowohl im In- wie auch im Ausland großes Interesse erwecken. Auch in der kommenden Saison 2011 bleibt der Leiter der Neuen Oper Wien seiner bisherigen Philosophie – möglichst viele österreichische KomponistInnen zu bringen, Werke aufzuführen, die in den vergangenen Jahren eher in den Hintergrund gerückt sind und den Musikliebhabern eine große Zahl von Erstaufführungen anzubieten – treu.

Insbesondere dem Werk „Baal“ (Regie Leo Krischke) von Friedrich Cerha dürfen Musikliebhaber mit Spannung entgegenblicken, handelt es sich hierbei doch um das einzige Musiktheaterstück des österreichischen Komponisten, welches anlässlich dessen 85 Geburtstags in diesem Jahr, nach Walter Kobéra, zur Aufführung gebracht wird. (mt)
Foto Walter Kobéra: Lena Kern