Mit ihrem Debütalbum „Everleaf“ (Mojo Mojo Records) legt die Grazer Band Velvet Wasted einen Einstand vor, der deutlich macht, dass hier eine Formation am Werk ist, die ihr musikalisches Handwerk beherrscht und genau weiß, wie man Songs mit Wirkung baut. Nach mehreren Jahren intensiver Live-Aktivität, zwei EPs und einer Reihe von Singles erscheint nun erstmals ein Longplayer – und der zeigt eine Band, die ihren Sound bereits erstaunlich klar umrissen hat.
Musikalisch bewegt sich das Quartett in einem Feld zwischen Indie-Rock, Soul-Anklängen und einer klassischen Rock-Ästhetik, die immer wieder an den Spirit der frühen 2000er erinnert, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Die Gitarren stehen klar im Zentrum: mal druckvoll und kantig, mal weit ausgreifend und atmosphärisch. Dazu kommt eine Rhythmusarbeit, die den Songs nicht nur Stabilität, sondern auch Beweglichkeit verleiht. Velvet Wasted verstehen es, ihre Arrangements dynamisch aufzubauen und mit kleinen Wendungen zu versehen, sodass die Stücke stets in Bewegung bleiben.
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Inhaltlich kreisen die elf Songs um jene Lebensphase, in der vieles gleichzeitig passiert: Aufbruch und Abschied, Euphorie und Zweifel, Nähe und Distanz. Die Texte greifen Themen wie Verlust, Trennung oder das Loslassen ebenso auf wie Momente der Ekstase und Feier. Diese Gegensätze spiegeln sich auch musikalisch wider: kraftvolle Rocknummern stehen neben zurückgenommenen, fast schwebenden Passagen, hymnische Refrains neben nachdenklichen Momenten.
Gerade im Songwriting zeigt sich eine der großen Stärken des Albums. Viele der Stücke verfügen über eine bemerkenswerte Eingängigkeit, ohne jemals ins Belanglose abzurutschen. Zwischen geradlinigen Rockhymnen, groovenden Midtempo-Tracks und atmosphärisch verdichteten Songs entfaltet sich ein abwechslungsreiches Klangbild, das immer wieder neue Facetten offenlegt.
„Everleaf“ wirkt dadurch wie ein Album, das gleichermaßen aus Live-Energie und kompositorischem Gespür gespeist ist. Velvet Wasted gelingt ein Debüt, das Rockgestus zulässt, ohne in Pathos zu kippen, und Eingängigkeit mit Substanz verbindet – ein Erstlingswerk, das für Freund:innen handgemachter Indie-Gitarrenmusik einiges bereithält.
Michael Ternai
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Velvet Wasted live
19.03. Budapest, Man
20.03. München, Lost Weekend
21.03. Wien, Arena
28.03. Graz, Dom im Berg
10.04. Innsbruck, PMK
24.04. Klagenfurt, Hafenstadt
22.05. Berlin, Privatclub
31.07-01.08. Kindberg, Acoustic Campfire
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