
Es gibt sie erfreulicherweise immer noch. Jene spannenden Popentwürfe, die wirklich noch etwas anderes zu bieten haben als das tausend Mal Gehörte und Bekannte. UMA, das gemeinsame Projekt von Ella und Florian Zwietnig, stellt sich als eine Art Versuch dar, den avantgardistischen Aspekt im Popkontext herauszuarbeiten und in den Vordergrund zu rücken. Sich von den üblichen Songstrukturen lösend und den großen pathetischen Gesten des Pop aus dem Weg gehend, versucht das Zweiergespann mit dem Einsatz weniger Mittel, an das Ziel zu gelangen. Führt man sich die bisherigen Karrieren der beiden Beteiligten vor Augen, ein nicht wirklich vorhersehbarer Ansatz, werkten sie bislang doch in ganz anderen musikalischen Kontexten.
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Ella, in den vergangenen Jahren unter anderem als Mitglied der LoFi-Punk-Truppe Go Die Big City und als verspielte Popkünstlerin Jools Hunter in Erscheinung getreten, und Florian, als Mitbegründer der Mediengruppe Telekommander zu Bekanntheit gelangt, entfernen sich im Duo deutlich von ihren angestammten musikalischen Umfeldern. Was sie gemeinsam auf den Weg bringen, sind Stücke zurückhaltenden und dezenten Charakters, die eher an kunstvolle Soundcollagen erinnern, denn an durchkomponierte Songs. Die Debüt-EP „Drop Your Soul“, an deren Eröffnungstrack niemand geringerer als Simeon Coxe von legendären New Yorker Popformation Silver Apples mitgewirkt hat, offenbart sich als eine sehr detailverliebt ausgearbeitete Symbiose aus dezenten, minimalistischen Elektronikbeats, feinster, vielschichtiger Klangarbeit und fast schon einem feenhaften, hypnotisch wirkenden Gesang. Eine Mischung, die vom ersten Moment an Spannung zu erzeugen in der Lage ist.
Zusammenfassend kann man sagen, dass UMA ein wirklich starkes musikalisches Statement gelungen ist, eines, das auch für die Zukunft noch einiges Erstklassiges erhoffen lässt. (mt)