Triotonic – Levitation

Kennern der heimischen Jazzszene muss man dieses Trio im Grunde genommen nicht mehr groß vorstellen. Seit mehr als einer Dekade werken Triotonic nun schon erfolgreich an ihrem eigenen Jazzentwurf, der trotz seiner innovativen Ansätze immer zugänglich und offen bleibt. Auch auf dem neuen Album „Levitation“ (All I Need Records) sind es einmal mehr variantenreiche, vielschichtige und verspielte Melodiebögen, sowie dieses fein abgestimmte und schön ineinandergreifende Zusammenspiel der Protagonisten, welche den Ton angeben. Warm und unaufdringlich im Klang zeigen sich die Stücke diesmal von einer sehr gefühlvollen und intimen Seite. Sie erschließen sich ohne die üblichen Rückgriffe auf die großen Gesten eher auf leisen Sohlen und wirken aufgrund des bewussten Weglassens von altbekannter Zitate erfrischend zeitlos.

Wer mit den bisherigen Veröffentlichungen von Triotonic vertraut ist, der weiß, dass es Volkhard Iglseder (Piano), Oliver Steger (Bass) und Bernhard Wittgruber (Schlagzeug) noch nie wirklich darum gegangen ist, ihre eigene Virtuosität, sowie ihr Können an den Instrumenten offen zur Schau zu stellen. Vielmehr waren die drei Musiker immer schon danach bestrebt, den von ihnen gemeinsam erschaffenen Gruppenklang in den Vordergrund zu rücken. Nach 14 Jahren des Zusammenseins – Triotonic wurde 1999 gegründet – kennt man einander genau und teilt auch die gleichen musikalischen Visionen, die sich vor allem aus der Vorstellung nähren, dass es im Jazz nicht immer hoch experimentell, sperrig und verkopft zugehen muss.

Das Dreiergespann setzt, und das ganz besonders auch auf dem aktuellen  Album „Levitation“,  auf eine edle Art der Zurückhaltung, sowie auf eine bewusste Reduktion der Mittel. Ganz nach dem Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“ zeigen sich die insgesamt zehn neuen, stilistisch irgendwo zwischen dem europäischen Jazzentwurf und klassisch-romantischer Musik angesiedelten Stücke im Sound daher wenig überfrachtet und ganz atypisch zu manch anderen Entwürfen des modernen Jazz fast schon still.
 
Es ist nicht so, dass es spielerisch nicht herausfordernd zugeht, ganz im Gegenteil, Iglseder, Steger und Wittgruber zeigen sehr wohl, was sie auf dem Kerbholz haben, nur wird dies in keinem Moment wirklich offenkundig. Die Melodien fließen und erschließen sich auf sanftem und gefühlvollem Weg, die Arrangements, so abwechslungsreich und wechselhaft sie auch sind, erwachsen unspektakulär aber dafür umso stimmiger zu weiten und facettenreichen Spannungsbögen. Es sind die kleinen, oft unter der hörbaren Oberfläche versteckten Details, die für die Akzente sorgen, immer wieder Neues entdecken und ein zweites und drittes Mal hinhören lassen. Kurz: ein wirklich gelungenes Stück Musik.

Die nächste Gelegenheit, das neue Material live zu erleben, gibt es am 7. Juni im Kulturhaus EmailWerk in Seewalchen. (mt)

http://www.triotonic.com/