
Den Sound den Florian Baumgartner (Schlagzeug), Walter Singer (Kontrabass, Electronics) und Andreas Tentschert (Rhodes Piano, analoge Synthesizer) in ihren zwischen Komposition und Improvisation pendelnden Stücken entwerfen, offenbart sich als ein überaus vielschichtiger. Und zwar deswegen, weil sich die drei Tiroler die Frage nach der stilistischen Ausrichtung ihrer Musik einfach nicht stellen. Zumindest scheint es so, hört man sich einmal durch die Stücke des jungen Dreiergespanns.
Den Jazz als Ausgangpunkt hernehmend, versetzen Triol diesen, als ob es nicht Selbstverständlicheres gäbe, mit Elementen des Drum`n Bass, Funk und anderer genrefremder Spielformen, mit dem Resultat, dass das Dargebotene, auch wegen der vermehrt zum Einsatz gebrachten analogen Vintage – Sounds, eben nicht den herkömmlichen Mustern folgt. Vielmehr beziehen die sehr groovigen Stücke des Trios ihren besonderen Reiz vor allem aus der Eigenwilligkeit, die Florian Baumgartner, Walter Singer und Andreas Tentschert in ihrem Werken zu Tage treten lassen.

„Live im Turm“ zeigt sich als ein sehr gelungener Versuch eines musikalischen Neuentwurfs des klassischen Trioformats. Auch weil sich das Dreiergespann eben nicht im Herkömmlichen übt, sondern vielmehr eine eigene Vorstellung davon hat, wie die eigene Musik zu klingen hat. (mt)