
An den Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Stilrichtungen, Spielformen und -techniken agierend, ist es vor allem die Neugier nach dem Neuen, noch Unbekannten, nach bisher ungehörten Klängen und Ausdrucksformen, welche die MusikerInnen des 2003 gegründeten Low Frequency Orchestras dazu antreibt, sich immer wieder neuen künstlerischen Herausforderungen zu stellen. Primäres Ziel dieses außergewöhnlichen MusikerInnen-Kollektivs bestehend aus Angélica Castelló (Paetzold-Kontrabassblockflöte und Elektronik), Maja Osojnik (Paetzold-Kontrabassblockflöte und Elektronik), Thomas Grill (Digitale Klänge), und Matija Schellander (Kontrabass) ist es, ihr Publikum dahingehend zu motivieren, mit traditionellen Hörgewohnheiten zu brechen, um sich auf diesem Wege für neue (elektro-) akustische Erfahrungen freizumachen.
Die Mitglieder dieses instrumental eher ungewöhnlich besetzten Ensembles entstammen allesamt aus unterschiedlichsten Stilrichtungen und Spielformen. Gemeinsam beschreitet man einen Pfad, der geradewegs in den Bereich zwischen zeitgenössischer improvisierter und notierter Musik führt, wobei das klangliche Ergebnis dieser Reise zu keinem Moment auch nur irgendwie vorhersagbar ist. So reicht das Spektrum des Dargebrachten von knappen Statements und sich schnell entwickelnden Geschichten bis hin zu statischen Klanglandschaften.
Ingrid Elisabeth Fessler war Komponistin, Gitarristin, Laute- und Sitar-Spielerin sowie Interpretin literarischer Chansons nach Texten unter anderem von H. Hesse, K. Bayer, A. Okopenko, E. Jandl, F. Mayröcker, P.P. Wiplinger, L. Sauter, H. Brandtner, E. Gerstl, G. Rühm, E. Fried, B. Brecht, G. Corso, L. Ferlinghetti, E. Mühsam, K. Tucholsky etc. Als Solistin konzertierte sie damit in freier vokaler und instrumentaler Improvisation in Österreich, Deutschland, der Schweiz und in Kairo.
Im Ensemble, meist mit Helmut Kurz-Goldenstein (Schlagwerk) und Michael Preuschl (Kontrabass), spielte sie Spontane Musik, Improvisationen über bildnerische Werke an-lässlich der Ausstellungskonzerte im Museum des 20. Jahrhunderts und im Museum Moderner Kunst (Palais Liechtenstein) in Wien. Darüber hinaus war sie auch jahrelang engagierte Musiktherapeutin in diversen Sonderanstalten für geistig abnorme und entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher, sowie in Beratungsstellen für Drogenabhängige in Wien.
Meina Schellander