
Eine Musikerin, die sich dem Traditionellen oder Gewöhnlichen verschrieben hat, war Sabina Hank ja noch nie. Vielmehr war es ihr immer schon ein großes Anliegen, sich ihre eigene künstlerische Freiheit so weit wie möglich zu bewahren. Blickt man auf ihr bisheriges Schaffen, wird ersichtlich, dass dies der gebürtigen Salzburgerin auch bis zum heutigen Tag gelungen ist. Sich zu keinem Zeitpunkt irgendwelchen aktuellen modischen Strömungen unterwerfend, verstand es die Sängerin, Pianistin und Arrangeurin sich musikalisch immer wieder neu zu definieren, sodass im Nachhinein viele Bezeichnungen und Zuschreibungen gleichermaßen auf sie zutreffen. Sie ist eine herausragende Jazzinterpretin, genauso wie sie eine gefühlvolle Liedermacherin. Aber es ist weit mehr, was die Salzburgerin, die auch schon mit Größen wie Hubert von Goisern und Willi Resetarits zusammengearbeitet hat, ausmacht. Sie besitzt die seltene Gabe, ihrer Musik dieses gewisse Etwas, diese bestimmte unverkennbare Note zu verleihen.
Das im vergangenen Jahr erschienene Doppel-Album „A Song Kaleidoscope“ zeigt die bereits mehrfach ausgezeichnete Sängerin, Pianistin, Komponistin und Singer-Songwriterin mit einem überaus breiten musikalischen Ausdruck. Es zeigt, wie sehr sich Sabina Hank in den unterschiedlichen stilistischen Kontexten zu Hause fühlt, und illustriert den Werdegang von einer jungen talentierten Musikerin hin zu einer bedeutenden heimischen Jazzgröße. Hörbar wird, wie sehr es die Salzburgerin versteht, ihren Songs Leben einzuhauchen. Sich irgendwo zwischen der Komplexität des Jazz, der Gefälligkeit des Pop und Elementen aus dem Country, Blues und Soul hin und her bewegend, ist ihre musikalische Sprache solcher Art, die Liebhaber der verschiedensten stilistischen Richtungen gleichermaßen begeistert. (mt)
Fotos Markus Roessle