TITUS PROBST – „Expected“

Er zählt definitiv zu den eigenwilligeren Charakteren der heimischen Popszene, zu jenen, denen es gelingt, eigene Akzente zu setzen und eine interessante Unangepasstheit zu kultivieren. Der Grazer TITUS PROBST bewegt sich sowohl musikalisch wie auch im Auftreten auf einem eher trashigen Pfad, weit abseits der gängigen Konventionen. Sein Synth-Pop klingt anders, mehr kantig, denn glattpoliert, mehr eigen als gewöhnlich. Und dennoch, seine Songs gehen – wie auch das nun erscheinende neue Album „Expected“ (VÖ: 1.10.) unterstreicht –auf sehr geschmeidige Art in die Ohren.

Titus Probst ist schon ein eigener Kopf. Seine Kleidung ist bunt, sein Gehabe provokant und seine Musik folgt einer Note, die sich fern dessen ansiedelt, was so als Mainstream durchgeht. Er ist jemand, der seinen eigenen Vorstellungen folgt und diese auch in konsequenter Weise kompromisslos umsetzt. Und genau dies tut auch auf seinem neuen Album.

Tanzbar und doch mit Tiefgang

Expected“ wirkt ein wenig wie eine musikalische Zeitreise. Der gebürtige Grazer macht in seinen Nummern einen Sound zum Programm, der seine Einflüsse unüberhörbar aus unterschiedlichen Epochen der Electro-Popgeschichte bezieht. Ein wenig 1980er Synthpop hier, ein wenig Rave und Techno der frühen 1990er Jahre da, dazu flächige Synthklänge, eingängige elektronische Beats und eine eher minimalistische und erfrischend unperfekte Produktion. Und das war es dann auch schon mit den musikalischen Zutaten.

Das Besondere an der ganzen Geschichte ist, dass es Titus Probst wirklich gelingt, Stimmung und Atmosphäre in die ganze Sache hineinzubringen. Auf der einen Seite tanzbar folgen die Songs auf „Expected“ einem etwas dunklereren und melancholischeren Ton, einem, den man von diesem musiklaischen Freigeist bislang eher selten präsentiert bekommen hat und der dem Geschehen wirklich Tiefgang verleiht.

Mit „Expected“ liefert Titus Probst auf jeden Fall ein Album ab, das auf der einen Seite einfach Spaß macht, gleichzeitig aber auch jene Qualitäten besitzt, die alle Oberfkächlichkeit auf ganz wunderbare Weise durchbricht. Richtig stark.

Michael Ternai

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