THE CRISPIES – „Death Row Kids“

Schon die Single „Bad Blood“ war ein Hit, das Album wird auch einer sein: Mit „Death Row Kids“ (Seayou Records) veröffentlicht die Wiener Pop-/Rock-Band THE CRISPIES am 28. Oktober 2016 ihr erstes Album. Gelangweilt vom Überfluss der heutigen Zeit stürzt sich die Band in den musikalischen Exzess.

Gegründet 2014 im Keller von Gitarrist Rob Wolfe, hat sich die Band bereits als Newcomer einen Namen gemacht. Mit der Single „Bad Blood“ und ihrem stilistisch in Szene gesetzten Erscheinungsbild hat sie sich das Image des Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll angeeignet und verkörpert das Gefühl der heutigen Jugend: Gelangweilt und überdrüssig, weil man schon alles hat, aber trotzdem völlig gefangen im eigenen Exzess besingt Sänger Tino Romana die Probleme dieser Zeit. Bruno Markus und Peter Ferdinand untermalen den Gesang tatkräftig am Bass und an den Drums.

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„Unsere Generation lebt im Überfluss. Gelangweilt und übersättigt von Spaß bringt sie sich langsam aber sicher im Exzess um.“ (Tino Romana)

Der Stil von The Crispies ist eine Mischung aus Punk, Rock und Pop – sie nehmen aus jedem Genre, das sie mögen, einige Elemente und mixen diese zu ihrem ganz eigenen Stil. So startet das Album mit dem Song „Outta The Sun“, der schon am Anfang zeigt, wie der Rest der CD wird: wild, ungezügelt und rebellisch. Tino Romano singt nicht direkt, er ruft die Lyrics, seine Stimme ist mittels Soundeffekt verzerrt, als würde er durch einen Lautsprecher singen. Die kürzeste, aber auch coolste Nummer des Albums ist „Keep On Doing That“, ein schneller Track, der automatisch das Herz höherschlagen lässt. Die Atmosphäre lässt die ZuhörerInnen noch einmal das Gefühl des widerspenstigen Jugendlichen spüren, ein Widerstreben gegen die ganze Welt. Es geht um Drogen, Exzess und darum, dass man keine andere Möglichkeit hat, als sich der völligen Ekstase hinzugeben. Gleich darauf kommt die bereits im Voraus veröffentlichte Single „Bad Blood“, die auch nach einigem Hören einfach nicht langweilig wird.

Cover „Death Row Kids“
Cover „Death Row Kids“

Die zweite Single „Noose’N’Go“, die Nummer fünf auf dem Album, handelt von einer stalkenden Exfreundin. Der Rhythmus ist etwas langsamer als bei den Songs davor, hat aber dennoch eine bewegende Wirkung. Die Gitarre ist für die Thematik des Songs sehr ruhig und gelassen, Tino Romana bringt jedoch mit seiner stellenweise fast schrill klingenden Singweise die emotionale Verzweiflung des Mädchens ins Spiel. Ein sehr fröhlicher Track ist „Pearl“, die Gitarre rutscht auf der Melodie herum, als würde sie mit dem Einkaufswagen durch eine leere Mall schlittern. Der Song ist laut, unbändig und prall gefüllt mit Energie. Das Debütalbum der Crispies schließt mit „Drowning Horse“ – ein würdiger Abschluss, auf dem die vier 20-Jährigen noch mal richtig in die Saiten/Stimmbänder/Schlagzeugfelle hauen und – ganz auf Dirty Rock’ n’ Roll – ihren ZuhörerInnen den Gehörgang reinigen.

Manche mögen’s heiß: Eine durchtanzte und verschwitzte Nacht erlebt man garantiert auch live bei The Crispies – zum Beispiel am 27. Oktober 2016 im Chelsea in Wien, am 29. Oktober 2016 im KIWI in Ybbsitz und am 7. November 2016 im Weekender in Innsbruck.

Antonia Seierl

The Crispies live
27.10. Chelsea, Wien
29.10. KIWI, Ybbsitz
07.11. Weekender, Innsbruck

Links:
The Crispies (Facebook)
Seayou Records