THALIJA – „IV“

Es hat dann doch etwas länger gedauert. Seit dem Erscheinen des letzten Albums von THALIJA („III”) sind mittlerweile etwas mehr als zehn Jahre vergangen. Doch nun meldet sich das heute siebzehn Köpfe zählende Band-Kollektiv in Form der neuen und auf Pumpkin Records erscheinenden Platte – die konsequenterweise mit „IV” betitelt ist – mit neuem Material zurück auf der Bühne der heimischen Musikszene.

Thalia gelten in Sachen Postrock hierzulande als Pioniere, zählte die Gruppe doch wirklich zu den Ersten, die den atmosphärisch aufgeladenen, vielschichtigen und breitflächigen Rocksound mit Verbindungslinien hin auch zu anderen Genres, wie etwa der Elektronik, und einem starken Hang zum Experiment in wirklich eindrucksvoller Art praktizierten. Lauscht man „IV“, dem neuen Album von Thalija, kann man erfreut feststellen, dass sich daran nicht allzu viel geändert hat.

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Ihr Bandkollektiv pflegt weiterhin einen Klang, der seinen eigenen Regeln folgt und sich mehr in einer offenen Form ausdrückt, als in einer klaren und geschlossenen Songstruktur. Die Nummern erzählen sich weit gefasste Spannungsbögen, die sich langsam und stetig mittels schichtender Repetition und improvisatorischen Einwürfen mit mehr und mehr Stimmung aufladen, dabei an Dichte gewinnen und schließlich in noisigen Gitarrensound-Wänden aufgehen. Das passiert auf eine sehr vielfältige Weise zwischen leiseren und verträumten Momenten, geheimnisvollen Stimmungen und druckvollen Passagen, die fast schon epische Dimensionen annehmen. Das Schöne an der ganzen Sache ist, dass sich keine Wiederholung einstellt. Vielmehr entfalten die Nummern wirklich alle ihren eigenen Charakter, wodurch sie sich immer in eine unvorhersehbare Richtung bewegen.  

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Zusammenfassend kann man sagen, dass Thalija mit “IV” wie schon in der Vergangenheit ein Klangerlebnis der etwas anderen Art bietet, eines, das einlädt, für einen Moment die Augen zu schließen und sich seinem eigenen Film im Kopf hinzugeben. Man wird als Hörer:in eingeladen, tief in das Geschehen einzutauchen und sich in schönster Weise mitreißen zu lassen. Ein ausgesprochen gelungenes Comeback.

Michael Ternai

Thalija sind: Magali Arnoux (voc), Alexander Diesenreiter (bs), Eloui (bs, uk, voc), Nikolaus Jantsch (keys), Richard Kollienz (guit, voc), Christian Koschar (guit), Bernd Mathi (guit), Gerald Naderer (dr), Ralph Neumüller (guit), Günther Polanz (dr), Wolfgang Pollanz (synth), Daniel Schrotter (guit), Elmar Schwarzlmüller (guit), Stefan Silly (guit), Andy Watzik (guit, bs), Alex Wunderbar (guit), Robert Zirngast (guit)

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Thalija live
06.10. Volkstheater (Rote Bar), Wien

10.11. Volkshaus, Graz

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Links:
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Pumpkin Records