
Es ist ein permanenter und kunstvoller Spagat, den Tanz Baby! nun schon seit vielen Jahren vollziehen. Einer zwischen der eigenen Anspruchshaltung, musikalisch ernst genommen zu werden, und dem Willen, die Leute einfach zu unterhalten. Blickt man erst einmal hinter die glatte Fassade, das edle Auftreten und großspurige Entertainertum, welche das Auftreten der burgenländischen Combo nach außen hin bestimmen, und reduziert das Schaffen alleine auf den künstlerischen Aspekt, so wird klar, dass hier tatsächlich ein Duo am Werken ist, welches sehr wohl versteht, qualitätsvolle und gleichzeitig mitreißende Nummern aus den Ärmeln zu schütteln.
Sich irgendwo zwischen den Polen Schlager, Neue Deutsche Welle, Elektropop und Disco hin und her pendelnd, fabrizieren Tanz Baby! einen Gesamtsound, der, hört man genau hin, sich als ein sehr vielschichtiger, ideenreicher und wirklich origineller offenbart. Ein schräger Walzer von einer Jahrmarktsorgel dargebracht, für den charismatischen Frontmann und seinen musikalisch mit allen Wassern gewaschenen Kollege kein Problem, den Schlager einmal in ein Discogewand hüllen, warum nicht. David Kleinl und Christian Musser, so scheint es, machen schlicht das, wonach ihnen gerade ist. Und das mit viel Klasse. Zwänge, irgendwelche Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen, kennen die beiden nicht. Wieso sollten sie auch, sind sie doch mit ihrem bisherigen Konzept doch immer gut gefahren.
Auf ein starkes Debüt, ein mindestens so starkes Zweitlingswerk folgen zu lassen, stellt nicht immer ein leichtes Unterfangen dar. Die Herausforderung, ein solches auf den Weg zu bringen, haben Tanz Baby! aber mit Bravour gemeistert. „Staub oder Stern“ macht einfach Spaß und lässt auch für die Zukunft noch einiges Schönes erhoffen. (mt)