Sofa Surfers – Superliminal

Es gibt nur wenige Bands, die den Qualitätslevel ihrer Veröffentlichungen über Jahre hinweg so hoch halten können, wie es die Sofa Surfers tun. Seit nun über 15 Jahren auf unnachahmliche Weise den selbst entworfenen grooveorientierten Sound zur eigenständigen Kunstform erhebend, weiß auch der eben erschienene sechste Output “Superliminal” (Monoscope Productions) in hohem Maße zu überzeugen. Was die Wiener Elektronik- und Downbeat-Pioniere dieses Mal auf den Weg bringen, ist quasi die Zusammenfassung dessen, was sich musikalisch bereits auf den vorangegangenen Alben angedeutet hat. Die Band, die einst im Spannungsfeld zwischen Elektronik, Breakbeats und Soul zu werken begann, ist nach Jahren der stilistischen Weiterentwicklung bei ihrer ureigenen, minimalistisch gehaltenen, leicht psychedelischen und atmosphärisch immens dichten Interpretation von elektronischer (Post-)Rockmusik mit Tiefgang angelangt.

“Superliminal” offenbart sich einmal mehr als ein überaus gelungenes Beispiel für die Neudeutung des klanglichen Raumes zwischen elektronischer Musik, Trip Hop und Rock, eine, welche die Wiener Truppe einen weiteren Schritt hin zum selbst definierten klanglichen Ideal darstellt. Wolfgang Frisch, Markus Kienzl, Michael Holzgruber and Wolfgang Schlögl verstehen es mehr noch als auf den vorangegangenen Veröffentlichungen, ihre Produktionserfahrungen, welche sie musikalisch außerhalb ihrer Hauptband in diversen Projekten und Kollaborationen gesammelt haben, in einen alleine für sich stehenden Gesamtsound zusammenzuführen, der durch die überzeugenden gesanglichen Performances des aus ursprünglich aus Nigeria stammenden und in Großbritannien aufgewachsenen Mani Obeya und des zum Bandkollektiv neu dazugestoßenen Jonny Sass eine zusätzliche unverkennbare Note erfährt.

Was die Wiener Truppe perfektioniert, ist das überaus variantenreiche Spiel mit unterschiedlichen Stimmungen und Spielarten, was auch eine Zuschreibung in eine bestimmte musikalische Kategorie unmöglich macht. Zwischen ruhigen, verhaltenen, fast schon hypnotisch wirkenden Momenten  und richtig schön groovenden und sich stetig steigernden gitarrendominierten Passagen agierend, lassen die Sofa Surfers die einzelnen Stücke zu richtig  intensiven, atmosphärischen und düster angehauchten Klangerlebnissen erwachsen, die vom ersten Ton an zu fesseln wissen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass den Sofa Surfers  mit „Superliminal“ ein wirklich beeindruckendes Stück Musik gelungen ist, eines das zeigt, wie kunstvoll und ideenreich im Kontext der elektronischen Musik man immer noch agieren kann. Auf jeden Fall sollte man dieses Album unbedingt einer intensiven Hörprobe unterziehen. (mt)
Termine:
06.10. WUK, Wien
10.10. Republic, salzburg
11.10. Spielboden, Dorbirn
25.10. Tabakfabrik, Linz
26.10. Kino Šiška, Ljubljana SLO
27.10. Orpheum, Graz
16.11. Akvárium Club, Budapest HU
17.11. OHO, Oberwart
24.11. Salon, Istanbul TR

Foto Sofa Surfers: Bernd Preiml

 

http://www.sofasurfers.info/
http://www.monoscope-productions.com/
http://www.wuk.at