
Auf dem achten und zugleich ersten Sofa-Surfers-Album nach dem Weggang des Gründungsmitglieds Wolfgang Schlögl verhält sich musikalisch doch einiges anders als gewohnt. Am hörbarsten lässt sich das an der merkbaren Hinwendung der nun vier Köpfe zählenden Band zu einem deutlich elektronischer gehaltenen Grundsound festmachen. Es ist nicht so, dass die diversen Formen der elektronischen Musik nicht schon bis jetzt einen bestimmenden Einfluss ausgeübt hätten, aber in dieser ausgeprägten Art, das war nicht wirklich zu erwarten. Auf „Scrambles, Anthems and Odysseus“ geben im Vergleich zu den vor allem letzten Veröffentlichungen nämlich hauptsächlich Synthie-Sounds, Samples und elektronische Beats den Ton an, analoges Instrumentarium kommt wenig bis gar nicht zum Einsatz.
Die Entdeckung des Songformats

Wie immer eine Bank ist Mani Obeyas unverkennbare und überragende gesangliche Performance, die ein jedes Stück nach wie vor mit Gefühl, Wärme und purer Emotion auflädt und zum Leben erweckt. In manchen Songs einen perfekten Gegenpart findet der Sofa-Surfers-Frontmann in der Wiener Rapperin Soulcat E-Phife, die dem ganzen musikalischen Geschehen zusätzliche spannende und ungewohnte Facetten verleiht.
Die Sofa Surfers präsentieren sich auf „Scrambles, Anthems and Odysseus“ auf jeden Fall in bestechender Form. Markus Kienzl, Wolfgang Frisch, Michael Holzgruber und Mani Obeya zeigen den Willem zu einer ideenreichen musikalischen Erneuerung, einer, die als sehr, sehr gelungen bezeichnet werden kann.
Michael Ternai
Sofa Surfers live
29.10. WUK, Wien (A)
30.10. Festspielhaus, St. Pölten (A)
05.11. Casa da Música, Porto (PT)
11.11. Treibhaus, Innsbruck (A)
13.11. Studio 104 – Eventwerk, Ravensburg (D)
14.11. Feierwerk, München (D)
26.11. La Fabrika, Prag (CZE)
27.11. Kino Ebensee, Ebensee (A)
02.12. Dom im Berg, Graz (A)
03.12. Rockhouse, Salzburg (A)
04.12. Sportpark Kitzbühel, Kitzbühel (A)
10.12. Majestic Music Club, Bratislava (SVK)
Covergemälde Scrambles, Anthems and Odysseys (c) Bruno Biazotto