SOFA SURFERS – „Scrambles, Anthems and Odysseys“

Die SOFA SURFERS sind eine Band, der man mittlerweile getrost die Bezeichnung „musikalische Institution“ umhängen kann. Seit fast 20 Jahren international erfolgreich unterwegs, beweisen die österreichischen Elektronik- und Downbeat-Pioniere ein weiteres Mal, dass sie, was die Qualität ihrer Outputs betrifft, noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen sind. So auch auf ihrem nun erscheinenden neuen Album „Scrambles, Anthems and Odysseus“ (Monoscope Productions).

Auf dem achten und zugleich ersten Sofa-Surfers-Album nach dem Weggang des Gründungsmitglieds Wolfgang Schlögl verhält sich musikalisch doch einiges anders als gewohnt. Am hörbarsten lässt sich das an der merkbaren Hinwendung der nun vier Köpfe zählenden Band zu einem deutlich elektronischer gehaltenen Grundsound festmachen. Es ist nicht so, dass die diversen Formen der elektronischen Musik nicht schon bis jetzt einen bestimmenden Einfluss ausgeübt hätten, aber in dieser ausgeprägten Art, das war nicht wirklich zu erwarten. Auf „Scrambles, Anthems and Odysseus“ geben im Vergleich zu den vor allem letzten Veröffentlichungen nämlich hauptsächlich Synthie-Sounds, Samples und elektronische Beats den Ton an, analoges Instrumentarium kommt wenig bis gar nicht zum Einsatz.

Die Entdeckung des Songformats

Es ist aber nicht nur dieser eine Aspekt, der auffällt. Markus Kienzl, Wolfgang Frisch, Michael Holzgruber und Mani Obeya scheinen anno 2015 das Songformat für sich entdeckt zu haben und einhergehend damit ihre Zuneigung für Melodien. Zumindest sind auf dem neuen Album doch einige Nummern zu finden, die als das durchgehen, was man unter einem Song im eigentlichen Sinne versteht. Vor allem Nummern wie „Beyond Girl“, „Woody‘s Ballad“, „Mogrel“ und „The Fixer“ kommen – zumindest vom Refrain her – mit einer ordentlichen Brise Pop-Flair der 1980er-Jahre daher. Demgegenüber erklingen immer auch noch die dunkleren, im tiefen Bassbereich angesiedelten, dronedefinierten und technoid-angehauchten bis atmosphärisch dichten Momente, für die die Sofa Surfers seit jeher bekannt sind. Eine gelungene Mischung aus Neuem und Altem also.

Wie immer eine Bank ist Mani Obeyas unverkennbare und überragende gesangliche Performance, die ein jedes Stück nach wie vor mit Gefühl, Wärme und purer Emotion auflädt und zum Leben erweckt. In manchen Songs einen perfekten Gegenpart findet der Sofa-Surfers-Frontmann in der Wiener Rapperin Soulcat E-Phife, die dem ganzen musikalischen Geschehen zusätzliche spannende und ungewohnte Facetten verleiht.

Die Sofa Surfers präsentieren sich auf „Scrambles, Anthems and Odysseus“ auf jeden Fall in bestechender Form. Markus Kienzl, Wolfgang Frisch, Michael Holzgruber und Mani Obeya zeigen den Willem zu einer ideenreichen musikalischen Erneuerung, einer, die als sehr, sehr gelungen bezeichnet werden kann.

Michael Ternai

Sofa Surfers live
29.10. WUK, Wien (A)
30.10. Festspielhaus, St. Pölten (A)
05.11. Casa da Música, Porto (PT)
11.11. Treibhaus, Innsbruck (A)
13.11. Studio 104 – Eventwerk, Ravensburg (D)
14.11. Feierwerk, München (D)
26.11. La Fabrika, Prag (CZE)
27.11. Kino Ebensee, Ebensee (A)
02.12. Dom im Berg, Graz (A)
03.12. Rockhouse, Salzburg (A)
04.12. Sportpark Kitzbühel, Kitzbühel (A)
10.12. Majestic Music Club, Bratislava (SVK)

 

Covergemälde Scrambles, Anthems and Odysseys (c) Bruno Biazotto

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