SKUG SYMPOSIUM – "Pop – Diskurs – Kritik"

skug nimmt die einhundertste Ausgabe zum Anlass für ein Symposium (22.10. Fluc, Wien), das sich mit aktuellen Positionen zu Popkultur, Musikjournalismus und medialen Pop-Rezeptionen auseinandersetzt. Welche Funktionen erfüllen heutzutage Schreiben und Nachdenken über Pop? Was können sie leisten? – Siehe dazu auch Gabriel Mayrs Artikel »Musikjournalismus: Stillstand zwischen Hype und Nostalgie« in skug#100.

Überall werden Krise, Entpolitisierung und Ökonomisierung von Kultur konstatiert. Aufgrund dramatischer Veränderungen im Printsektor – symptomatisch dafür das Print-Ende von »de:bug« –, Prekarisierungstendenzen in wissenschaftlichen, künstlerischen und journalistischen Bereichen sowie einer allenfalls schrittweisen Etablierung österreichischer Popkulturtheorie orten wir dringenden Handlungsbedarf.

Welche Möglichkeiten bestehen, fundierte Popkritik medial abzubilden? Wie lassen sich Wissenstransfers und Alltagspraxen von, mit und durch Pop gestalten? Welche hegemonialen und medialen Verhältnisse resultieren daraus (DIY-Fanzine, Feuilleton, akademischer Text, Blog, Radio, social media, Online-Musikarchive)? Pop als konsensualer Dissens? Wie läuft Informations-akkumulation vor/mit dem Internet? Wie kann 2014 über Pop als politische Utopie, soziokultureller Gegenstand, künstlerisches Konzept, Erzählung und Forschungsinhalt gesprochen werden? Bleibt allein die Alternative Ankündigungsjournaille versus leidenschaftliche Nerdigkeit?

Er- und Überleben im Pop

Das transdisziplinäre skug#100-Symposium will in Vorträgen und Diskussionen diese Fragestellungen mit VertreterInnen aus Musikjournalismus, Kulturwissenschaften und Musikschaffen reflektieren. Die wissen-schaftliche Patronanz des Symposiums hat Diedrich Diederichsen (Akademie der bildenden Künste Wien/ Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften) übernommen, Organisator ist Heinrich Deisl.

Für das Symposium wurde bewusst ein Raum gewählt, an dem Pop täglich passiert: der Wiener Club fluc, der seit zwölf Jahren Musik-, Kunst- und Diskursveranstaltungen realisiert. Mit dem Veranstaltungsort fluc werden die langjährigen Kollaborationen zwischen Club und skug fortgeführt.

Podium

Jochen Bonz (Keynote Speaker): Assistent Leopold-Franzens-Universität Innsbruck/Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Kulturtheoretiker, Autor (u. a. »Subjekte des Tracks«, Berlin 2008; »Das Kulturelle«, Bielefeld 2012) und Herausgeber (»Sound Signatures«, Frankfurt 2001; »Popkulturtheorie«, Mainz 2002).

Heinrich Deisl (Einführung): skug-Chefredakteur, Bereichsleitung Kunst + Kultur beim Campus & City Radio 94.4, Dissertant bei Prof. Diedrich Diederichsen, Autor (»Im Puls der Nacht. Sub- und Populärkultur in Wien 1955–1976«, Wien 2013).

Kristina Pia Hofer: Lektorin an der Abteilung für Medientheorie auf der Universität für angewandte Kunst Wien, Musikerin (Ana Threat, Kristy And The Kraks), Vorstandsmitglied des Vereins Trash Rock Archives und des Labels Trash Rock Productions, Autorin (skug u. a.). Forschungsschwer-punkte: Kino, Pornografie, Trash-/Punkkultur.

Susanne Rogenhofer: (Diskussionsleitung): Mitbegründerin der Veranstaltungsserie »Dub Club« im Wiener Flex und der Künstlerinnen-Plattform femous, DJ/Musikerin (Sweet Susie/Contact), Kuratorin (»Into The City«, Street Academy, yes – she can DJ), Kursleiterin (DJing, Ableton).

Katharina Seidler:
Wiener Radio-/Printmusikjournalistin für FM4 (»Im Sumpf«), »The Gap«, skug u. a., Kolumnistin bei der Wiener Stadtzeitung »Falter«, DJ. Dancefloor-Spezialistin, »Bürgermeisterin der Nacht« (Fritz Ostermayer).

Klaus Walter: Radiomoderator, DJ und Journalist (u. a. »Frankfurter Rundschau«, »Jungle World«) aus Frankfurt/M. Produzent der Serien »Der Ball ist rund« (HR, 1984–2008), »Was ist Musik« und »taz mixtape« (beide Byte.fm), Autor (mit Thomas Meinecke/Frank Witzel: »Plattenspieler«, Hamburg 2005 und »Die Bundesrepublik Deutschland«, Hamburg 2009). Seit 2009 im Beirat für Musik des Goethe-Instituts.

Ort: fluc, Wien Praterstern 5, www.fluc.at
Datum: Mittwoch, 22. Oktober, ab 18 Uhr
Eintritt frei 

http://www.skug.at